Südböhmen · Český Krumlov

Schlossturm Český Krumlov

Der runde Turm mit der bemalten Fassade ist das Wahrzeichen von Český Krumlov und zugleich der einzige Ort, an dem du die Moldauschleife als Schleife erkennst. Von unten fotografiert ihn jeder, oben stehen deutlich weniger, weil 162 Stufen dazwischen liegen.

Der Aufstieg lohnt sich, hat aber zwei Bedingungen: die richtige Uhrzeit und ein Kopf, der enge Wendeltreppen mag. Beides klärt sich vorher, nicht auf Stufe achtzig.

Schlossturm Český Krumlov
Foto: Vít Švajcr Dobré světlo.com, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Stufen162 bis zur Aussichtsgalerie
  • Heutige GestaltRenaissance, 16. Jahrhundert
  • Fassadenmalereiillusionistisch, von Bartoloměj Beránek-Jelínek
  • Kombinationeigenes Ticket zusammen mit dem Burgmuseum
  • Dauer45 bis 60 Minuten mit Museum

Was den Turm besonders macht

Der Turm steht im Bereich der Unterburg und ist älter als sein Aussehen. Im 16. Jahrhundert erhielt er unter den Rosenbergern seine Renaissancegestalt mit dem umlaufenden Kranz und der Galerie. Die Farbigkeit, die ihn aus jeder Perspektive erkennbar macht, ist Malerei: Quader, Nischen und Profile sind auf den Putz gemalt und nicht gebaut, ausgeführt hat sie Bartoloměj Beránek-Jelínek.

Wenn du in der Stadt unterwegs bist, dient der Turm als Kompass. Von der Barbierbrücke, aus dem Klostergarten und vom Uferweg im Süden siehst du ihn immer, was in den engen Gassen von Český Krumlov mehr wert ist als jeder Stadtplan.

Der Aufstieg, ehrlich beschrieben

162 Stufen sind keine Bergtour, aber die Treppe ist eng, teils gewendelt und hat wenige Ausweichstellen. Wenn oben eine Gruppe wieder herunterkommt, während unten eine hinaufsteigt, wird gewartet. Große Rucksäcke sind auf dieser Treppe ein Ärgernis für alle. Die Aussichtsgalerie selbst ist schmal, du gehst dort im Kreis und wieder hinab.

Oben siehst du zuerst die Dächer der Altstadt und dahinter, wie der Fluss den ganzen Kern umschließt. Nach Norden liegt der Straßenzug Latrán, nach Süden Plešivec, im Hintergrund die Waldrücken des Böhmerwaldes. Genau dieser Blick erklärt in dreißig Sekunden, was drei Stadtführungen erzählen.

Nimm dir eine Minute für die Details: Die Dächer sind fast alle gleich gedeckt, weil der Denkmalschutz das vorschreibt, und die wenigen Ausreißer zeigen, wo im 20. Jahrhundert gebaut wurde. Vom Turm aus erkennst du außerdem, wie schmal die Halbinsel wirklich ist und warum es im Kern keinen Platz für Busse, Lieferverkehr oder Parkplätze gibt.

Tipp: Geh in der ersten Stunde nach Öffnung hinauf oder kurz vor Schluss. Dazwischen kommen die Tagesgruppen, und dann bestimmt nicht die Aussicht deine Zeit oben, sondern der Gegenverkehr auf der Treppe.

Turm, Museum und die Ticketlogik

Der Turm gehört zum Schlossareal, hat aber ein eigenes Ticket, das üblicherweise das Burgmuseum im gleichen Bereich einschließt. Er ist damit unabhängig von den Führungen durch die Innenräume, die du beim Schloss nachlesen kannst. Praktisch ist das ein Vorteil: Wenn eine Innenroute ausverkauft ist, bleibt der Turm meist möglich.

Das Museum davor oder danach ist keine Pflichtübung, sondern eine sinnvolle Ergänzung, weil es die Herrschaftsfolge von den Rosenbergern bis zu den Schwarzenbergern zeigt. Wer ohnehin eine Führung gebucht hat, kann es überspringen.

Wo der Turm von unten am besten aussieht

Für das Foto brauchst du nicht hinauf, sondern Abstand. Von der Barbierbrücke steht der Turm über den Häusern von Latrán, vom südlichen Uferweg spiegelt er sich im Wasser, und aus dem Garten des Klosterareals siehst du ihn über eine Mauer hinweg ohne Menschen im Bild. Am Abend wird er angestrahlt, dann ist der Uferweg die bessere Wahl als der Marktplatz.

Wann du den Turm auslässt

Bei Regen und tief hängenden Wolken siehst du oben genau das, was du unten schon hast, nur nasser. Bei Höhenangst ist die Kombination aus engem Schacht und offener Galerie unangenehm. Und mit kleinen Kindern im Tragetuch ist die Treppe machbar, aber der Rückweg gegen den Strom nicht schön. Dann bleibt als Alternative der Blick von der Mantelbrücke im Schlossareal, der weniger hoch, aber überdacht ist, oder ein Uferweg an der Moldau.

Tickets: Der Turm wird getrennt von den Innenrouten verkauft, in der Hauptsaison mit Zeitfenster. Kaufe die Karte am Turmzugang oder vorab und prüfe die Saison, denn im Winter ist der Aufstieg oft geschlossen. Ob das Burgmuseum eingeschlossen ist, steht beim Kauf.

Zur offiziellen Website

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istMittags staut sich die Treppe im Gegenverkehr. Verlege den Aufstieg an den Rand des Tages und nutze die Kernzeit für Ziele mit Einlasszeit wie die Schlossführungen.
  • Wenn es regnetBei Regen bringt die Galerie wenig und die Stufen werden rutschig. Ersatz ist die überdachte Mantelbrücke mit Blick über die Dächer oder das Burgmuseum ohne Aufstieg.
  • Mit KindernÄltere Kinder finden den Aufstieg gut, weil oben etwas zu suchen ist: Brücke, Kirchturm, das eigene Hotel. Mit Kinderwagen ist der Turm nicht machbar, dann tauscht ihr zu zweit.
  • Mit eingeschränkter MobilitätKein Aufzug, enge Wendeltreppe, unebene Stufen. Wer nicht sicher steigt, sollte auf die Mantelbrücke oder auf die Uferwege ausweichen, von denen der Turm selbst am besten aussieht.

Häufige Fragen

Wie viele Stufen hat der Schlossturm in Český Krumlov?

162 Stufen führen bis zur Aussichtsgalerie. Die Treppe ist eng und teilweise gewendelt, Ausweichstellen gibt es kaum. Rechne mit fünf bis zehn Minuten Aufstieg, in der Hauptsaison mit Wartezeit im Gegenverkehr. Einen Aufzug gibt es nicht. Große Rucksäcke lässt du besser unten, sie blockieren im Gegenverkehr die ganze Treppe.

Braucht man für den Schlossturm ein eigenes Ticket?

Ja. Der Turm wird getrennt von den Innenrouten des Schlosses verkauft und meist zusammen mit dem Burgmuseum angeboten. Das ist praktisch, weil du ihn auch dann besuchen kannst, wenn die Führungen durch die Wohnräume schon ausverkauft sind. In der Hauptsaison gilt für den Aufstieg zusätzlich ein Zeitfenster auf dem Ticket.

Wann ist der Schlossturm am leersten?

In der ersten Stunde nach der Öffnung und in der letzten vor dem Schluss. Dazwischen sind die Tagesgruppen im Ort, und die enge Treppe wird zum Nadelöhr. Wer im Ort übernachtet, kommt morgens ohne Warten hinauf und hat zusätzlich das bessere Licht.

Lohnt sich der Schlossturm bei schlechtem Wetter?

Kaum. Der Wert liegt allein in der Aussicht auf Flussschleife, Dächer und Waldrücken, und die fällt bei Regen oder Hochnebel weg. Besser sind dann die überdachte Mantelbrücke, das Burgmuseum oder eine Führung durch die Innenräume des Schlosses. Bei kurzen Schauern lohnt das Abwarten, denn direkt nach einer Front ist die Sicht oft am klarsten.