Südböhmen · Český Krumlov

Klöster Český Krumlov

Am nördlichen Ende von Latrán liegt ein Areal, an dem die meisten Tagesgäste vorbeilaufen: das ehemalige Doppelkloster der Minoriten und der Klarissen, im 14. Jahrhundert unter den Rosenbergern gegründet. Nach langer Vernachlässigung wurde es aufwendig saniert und ist heute mit Ausstellungen, Werkstätten und Höfen zugänglich.

Sein größter Wert ist banal und trotzdem entscheidend: Hier ist es still, während zweihundert Meter weiter der Betrieb läuft.

Klöster Český Krumlov
Foto: H2k4, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Gegründet14. Jahrhundert unter den Rosenbergern
  • OrdenMinoriten und Klarissen als Doppelkloster
  • KircheFronleichnamskirche, Gotik mit barocken Umbauten
  • LageLatrán, unterhalb des Schlossareals
  • HeuteAusstellungen, Handwerksbereiche und Kreuzgänge

Zwei Klöster an einer Mauer

Dass hier zwei Ordensgemeinschaften direkt nebeneinander lebten, ist ungewöhnlich und geht auf die Stifterfamilie zurück: Die Rosenberger holten im 14. Jahrhundert Minoriten und Klarissen in ihre Residenzstadt, Männer und Frauen getrennt, aber Wand an Wand. Die Fronleichnamskirche verbindet beide Bereiche und zeigt gotische Bausubstanz mit späteren barocken Eingriffen.

Für die Herrschaft war das kein frommer Zufall. Ein Kloster im eigenen Ort bedeutete Gebet für die Familie, Bildung, Verwaltung und Prestige. Wenn du vorher im Schloss warst, ergibt der Blick vom Klosterhof hinauf zum Schlossfelsen plötzlich Sinn: Beide Anlagen gehören zusammen.

Was du heute im Areal findest

Die Sanierung hat aus dem Komplex ein Haus mit mehreren Angeboten gemacht. Es gibt Ausstellungsräume zur Klostergeschichte und zum Alltag der Orden, historische Handwerksbereiche, in denen Techniken gezeigt und teilweise selbst ausprobiert werden können, sowie Kreuzgänge und Innenhöfe zum Durchgehen. Für Familien ist das der praktischste Programmpunkt der Stadt, weil Kinder hier etwas tun statt nur zu schauen.

Anders als bei einer Schlossführung bestimmst du hier das Tempo selbst. Wer nur zwanzig Minuten hat, geht durch die Höfe und die Kirche. Wer zwei Stunden hat, nimmt die Ausstellungen dazu.

Tipp: Nutze das Areal genau dann, wenn draußen der Andrang am größten ist. Zwischen spätem Vormittag und spätem Nachmittag ist es in den Kreuzgängen kühl, ruhig und trocken, während sich auf Latrán die Gruppen stauen.

Vom Verfall zur Wiedernutzung

Nach der Aufhebung der Klöster und den Jahrzehnten nach 1950 war das Areal in schlechtem Zustand: Dächer undicht, Räume als Lager genutzt, Teile gesperrt. Die Sanierung im 21. Jahrhundert hat die Substanz gesichert und dem Komplex eine neue Aufgabe gegeben, statt ihn als leere Sehenswürdigkeit zu konservieren. Deshalb wirkt hier vieles benutzt und nicht museal.

Das ist auch der Grund, warum das Areal in keinem klassischen Rundgang auftaucht: Es ist erst seit wenigen Jahren wieder zugänglich, und die Bustouren folgen einer Route, die älter ist. Für dich bedeutet das ein Ziel im Zentrum, das fast nie überlaufen ist.

Sehenswert ist außerdem, wie unterschiedlich die beiden Hälften wirken. Der Bereich der Klarissen ist geschlossener und stiller angelegt, der Minoritenteil offener zur Stadt hin. Wer darauf achtet, liest an den Mauern ab, wie streng die Trennung war, und versteht besser, warum ein Doppelkloster überhaupt als eine Anlage gebaut wurde.

Ein Ort mit Regeln

Die Fronleichnamskirche ist ein Sakralraum, kein Ausstellungssaal. Leise sprechen, Kopfbedeckung abnehmen, bei Gottesdiensten nicht hindurchlaufen. In den Werkstattbereichen gelten die Hinweise des Personals, weil dort mit Werkzeug und teilweise mit Feuer gearbeitet wird.

Fotografieren ist in Sakralräumen und Ausstellungen unterschiedlich geregelt, im Zweifel fragst du kurz nach. Und weil Teile des Areals für Veranstaltungen genutzt werden, kann einzelnes an deinem Besuchstag geschlossen sein. Das ist kein Ausfall, sondern der Normalzustand eines Hauses, das wieder in Betrieb ist.

Wie du es in den Tag einbaust

Das Areal liegt an der Strecke zwischen der Budweiser Toranlage und dem Schlossaufgang, also genau dort, wo du ohnehin vorbeikommst, wenn du von der Altstadt über Latrán zum Schloss gehst. Eine sinnvolle Reihenfolge ist: Kloster am Vormittag, Schlossareal danach, weil dort die Führungen ohnehin an Zeitfenstern hängen. Wo das Kloster in der Gesamtplanung steht, zeigt die Übersicht der Sehenswürdigkeiten, und ob es bei Regen die richtige Wahl ist, klärt sich mit den Tipps.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istDer verlässlichste Rückzugsort im Ort. Selbst wenn Latrán voll ist, bleiben Kreuzgänge und Höfe ruhig, weil die Gruppen ihr Zeitfenster am Schloss haben.
  • Wenn es regnetSehr gut geeignet: Ausstellungen und Werkstätten liegen im Haus, die Kreuzgänge sind überdacht. Nur die Höfe fallen bei Dauerregen aus.
  • Mit KindernDer beste Programmpunkt für Familien in Český Krumlov, weil in den Handwerksbereichen etwas passiert und Kinder mitmachen dürfen statt still zu stehen.
  • Mit eingeschränkter MobilitätHistorisches Areal mit Schwellen, Kopfsteinpflaster im Hof und einzelnen Stufen. Große Teile sind ebenerdig, frage vor Ort nach dem stufenfreien Weg.

Häufige Fragen

Was kann man im Klosterareal in Český Krumlov sehen?

Kreuzgänge und Innenhöfe des ehemaligen Doppelklosters, die Fronleichnamskirche, Ausstellungen zur Klostergeschichte und historische Handwerksbereiche, in denen Techniken vorgeführt und teils ausprobiert werden. Das Areal liegt in Latrán zwischen Budweiser Toranlage und Schlossaufgang. Einzelne Räume werden für Veranstaltungen genutzt und sind dann geschlossen.

Lohnt sich das Kloster mit Kindern?

Ja, es ist der familienfreundlichste Ort der Stadt. In den Werkstattbereichen dürfen Kinder mitmachen, die Höfe bieten Platz, und der Rundgang hat kein festes Tempo wie eine Schlossführung. Zusammen mit dem Bärengraben am Schlossaufgang füllt das einen Vormittag.

Ist das Kloster in Český Krumlov ein guter Regenplan?

Einer der besten. Ausstellungen und Handwerksbereiche liegen im Gebäude, die Kreuzgänge sind überdacht, und die dicken Mauern halten die Temperatur. Nur die Innenhöfe fallen bei Dauerregen weg. Als Alternative bleiben Schiele-Zentrum und Fotoatelier Seidel. Weil das Areal abseits der Bustouren liegt, bleibt es auch an Regentagen ruhig.

Wie kommt man vom Marktplatz zum Klosterareal?

Vom náměstí Svornosti gehst du über den Lazebnický most nach Latrán und dort nach Norden. Nach wenigen Minuten liegt das Areal auf der linken Seite, kurz vor der Budweiser Toranlage. Der Weg ist gepflastert und leicht ansteigend, aber kurz.