Auf einen Blick
- WeinregionSüdmähren, hier liegt fast die gesamte Rebfläche Tschechiens
- Typische RebsortenVeltlínské zelené, Ryzlink vlašský, Pálava, Frankovka
- SaisonalesBurčák, teilweise vergorener Most, nur wenige Wochen im Herbst
- Bier vor OrtStarobrno, die Brauerei der Stadt
- MittagsmenüDenní menu an Werktagen, meist bis in den frühen Nachmittag
- BezahlenTschechische Kronen, Karte fast überall möglich
Mährischer Wein, kurz erklärt
Fast der gesamte tschechische Weinbau liegt in Mähren, südlich und südöstlich von Brünn. Es dominieren Weißweine, die trocken, frisch und säurebetont ausgebaut sind. Namen, die du auf jeder Karte findest: Veltlínské zelené, also Grüner Veltliner, Ryzlink vlašský als Welschriesling, Ryzlink rýnský als Riesling, dazu Rulandské bílé und šedé für Weiß- und Grauburgunder. Pálava und Tramín červený sind aromatischer und für viele der Einstieg.
Bei den Roten führen Frankovka, also Blaufränkisch, und Svatovavřinecké, der Sankt Laurent. Sie sind meist leichter als südeuropäische Rote und passen gut zu mährischer Küche. Bestellt wird häufig offen, im Zweifel fragst du nach etwas aus der Umgebung, das ist hier eine sinnvolle Frage und keine Floskel.
Gut zu wissen: Im September und Oktober gibt es Burčák, teilweise vergorenen Traubenmost. Er schmeckt süß und harmlos, arbeitet aber weiter und wirkt stärker, als man denkt. Er ist nur wenige Wochen im Jahr zu haben und wird kalt und frisch getrunken.
Bier hat trotzdem seinen Platz
Die Stadtbrauerei Starobrno gehört zum Alltag, und in vielen Lokalen wird sie gezapft. Wie überall in Tschechien wird Bier nach Stammwürze benannt, also nach zehn, elf oder zwölf Grad, nicht nach Alkoholgehalt. In einer klassischen Hospoda setzt du dich, der Kellner bringt und strichelt auf dem Bierdeckel mit, und am Ende wird gemeinsam abgerechnet. Wer nicht weitertrinken will, sagt es deutlich, sonst kommt das nächste Glas automatisch.
Daneben gibt es in Brünn eine lebendige Szene kleiner Brauereien und Bierlokale mit wechselnden Zapfhähnen. Mehr zur Braukultur des Landes steht unter Bierkultur in Tschechien, die Etikette am Tisch erklärt Im Restaurant in Tschechien.
Das Mittagsmenü als Sparhebel
An Werktagen bieten fast alle Lokale ein denní menu an: Suppe und ein Hauptgericht zu einem festen Preis, meist mittags bis in den frühen Nachmittag. Das ist die günstigste und oft die beste Mahlzeit des Tages, weil sie für Stammgäste gekocht wird. Die Karte hängt an der Tür oder steht auf einer Tafel, häufig nur auf Tschechisch, was sich mit einer Übersetzungs-App in dreißig Sekunden klärt.
Typisch sind Suppen wie Rindsbrühe mit Nudeln, dann Gerichte wie svíčková mit Rahmsauce und Semmelknödel, Gulasch, gebratenes Schwein mit Kraut und Knödel oder Schnitzel. Eine mährische Spezialität ist der moravský vrabec, gebratene Schweinestücke mit Knoblauch und Kümmel. Vegetarisch findet sich meist gebackener Käse oder ein Gemüsegericht, die Auswahl ist kleiner als in Prag, aber vorhanden.
Märkte, Kaffee und der Abend
Auf dem Zelný trh steht an Werktagen ein echter Gemüsemarkt, kein Souvenirbasar. Für ein Picknick im Park unterhalb des Špilberk reicht das vollkommen. Die Kaffeeszene ist für eine Stadt dieser Größe auffällig gut, mit Röstereien und Cafés, in denen Studierende arbeiten und in denen man länger sitzen kann, ohne dass jemand drängelt.
Abends verlagert sich das Leben in die Gassen zwischen Jakobskirche und Česká. Reservieren lohnt sich am Wochenende und in Messewochen, sonst findet man fast immer einen Platz. Wo du dafür am besten wohnst, steht unter Hotels in Brünn.
Bezahlen und Trinkgeld
Bezahlt wird in tschechischen Kronen. Kartenzahlung funktioniert fast überall, auch für kleine Beträge. Lass am Terminal niemals in Euro umrechnen, denn der Kurs kommt dann vom Gerät und ist schlechter als der deiner Bank. Beim Trinkgeld ist Aufrunden üblich, ein fester Prozentsatz ist nicht Standard. Gesagt wird der Gesamtbetrag beim Zahlen, statt Münzen liegen zu lassen. Mehr dazu unter Bezahlen in Tschechien.
Häufige Fragen
Trinkt man in Brünn Wein oder Bier?
Beides, aber der Wein hat hier ein anderes Gewicht als in Böhmen. Brünn liegt am Rand des südmährischen Weinbaugebiets, in dem fast die gesamte tschechische Rebfläche liegt, deshalb steht auf den Karten eine ernst zu nehmende Weinauswahl, oft offen und aus der Region. Bier gibt es trotzdem überall, unter anderem aus der Stadtbrauerei.
Was ist Burčák?
Teilweise vergorener Traubenmost, den es nur wenige Wochen im Frühherbst gibt. Er ist trüb, süß und noch in Gärung, wirkt deshalb stärker als erwartet und wird frisch und kalt getrunken. Verkauft wird er auf Märkten und in Weinlokalen. Wegen der laufenden Gärung ist er nicht lange haltbar und reist schlecht.
Wie funktioniert das Mittagsmenü in Tschechien?
An Werktagen bieten die meisten Lokale ein denní menu: Suppe plus Hauptgericht zu einem festen Preis, angeboten mittags bis in den frühen Nachmittag. Die Auswahl steht auf einer Tafel oder an der Tür, oft nur auf Tschechisch. Es ist die günstigste warme Mahlzeit des Tages und meist besser als das, was abends auf derselben Karte steht.
Wie viel Trinkgeld gibt man in Brünn?
Aufrunden ist üblich, ein fester Prozentsatz nicht. Sag beim Zahlen den Betrag, den du insgesamt geben willst, statt Geld auf dem Tisch zu lassen; das ist der landesübliche Weg und funktioniert auch bei Kartenzahlung. Bei sehr gutem Service rundet man großzügiger, erwartet wird es nicht.
Kann man in Brünn überall mit Karte zahlen?
Fast überall, auch für kleine Beträge, und viele Marktstände nehmen ebenfalls Karte. Wichtig ist nur eines: Wenn das Terminal fragt, ob du in Euro zahlen möchtest, lehne ab und zahle in Kronen. Die Umrechnung des Geräts ist immer schlechter als der Kurs deiner Bank. Etwas Bargeld ist für kleine Betriebe trotzdem praktisch.
Gibt es in Brünn vegetarisches Essen?
Ja, wobei die Auswahl in klassischen Lokalen kleiner ist als in Prag. Verlässlich sind gebackener Käse, Kartoffelgerichte, Salate und Nudelgerichte, dazu kommen in der Universitätsstadt einige rein vegetarische und vegane Adressen. Frage im Zweifel nach, ob eine Suppe mit Fleischbrühe angesetzt ist, das ist häufig der Fall.




