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Essen & Trinken in Karlsbad: Oblaten, Kur und Küche

Karlsbad hat zwei Küchen, die wenig miteinander zu tun haben: die Kurküche der Sanatorien, leicht und salzarm, und die normale böhmische Wirtshausküche mit Schweinebraten, Knödeln und Kraut. Dazwischen liegen die Cafés der Promenade, die eher von Lage und Kuchen leben als von der Karte.

Die wichtigste Regel ist einfach: Je näher an der Kolonnade, desto teurer und desto touristischer. Ein paar Gassen weiter oder unten im neuen Stadtteil kochen dieselben Gerichte und kosten deutlich weniger.

Essen & Trinken in Karlsbad: Oblaten, Kur und Küche
Foto: Nikita Sazonenko, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • SpezialitätKarlsbader Oblaten, große runde Waffeln mit süßer Füllung
  • GetränkBecherovka, der Kräuterlikör der Stadt, gekühlt und pur
  • Währungtschechische Krone, Karten fast überall akzeptiert
  • Trinkgeldaufrunden ist üblich, ein fester Prozentsatz nicht
  • Preisniveauan der Kolonnade deutlich höher als im übrigen Stadtgebiet

Karlsbader Oblaten

Die Karlovarské oplatky sind große, dünne runde Waffeln, die in einem Eisen gebacken und mit einer süßen Schicht gefüllt werden, klassisch mit Haselnuss oder Mandel. Es gibt sie in Blechdosen als Souvenir und, was deutlich besser ist, frisch und warm an kleinen Ständen und in Bäckereien. Frisch schmecken sie ganz anders: knusprig, dünn, fast zerbrechlich.

Die Oblate ist ein echtes Kurstadtprodukt und keine Touristenerfindung, sie wird in der Region seit dem 19. Jahrhundert hergestellt. Es gibt sie auch in den anderen Städten des Bäderdreiecks.

Becherovka und was man sonst trinkt

Der Kräuterlikör der Stadt wird gekühlt und pur getrunken, in Bars auch als Longdrink mit Tonic. Er schmeckt nach Zimt, Nelke und Anis und ist deutlich süß. Kaufen kannst du ihn günstiger im Supermarkt als an der Promenade. Die Geschichte dahinter steht unter Becherovka-Museum.

Ansonsten gilt, was in ganz Tschechien gilt: Bier ist gut und selbstverständlich. Bestellt wird nach Stammwürze, also zehn Grad für ein leichteres und zwölf Grad für ein vollmundigeres Bier, nicht nach Alkoholgehalt. In einer klassischen Hospoda setzt du dich, der Kellner bringt und strichelt auf dem Bierdeckel mit, abgerechnet wird am Ende.

Kurküche und normale Küche

Wer in einem Kurhotel mit Behandlung wohnt, bekommt oft eine abgestimmte Verpflegung: weniger Salz, weniger Fett, feste Zeiten. Das ist Teil des Programms und keine kulinarische Aussage. Alle anderen essen normal, und normal heißt in Böhmen deftig: Svíčková mit Rahmsoße und Semmelknödel, Gulasch, Schweinebraten, im Winter Suppen.

Mittags gibt es in vielen Lokalen ein Tagesmenü zu deutlich günstigeren Preisen als abends. Das ist in Tschechien die beste Art, gut und billig zu essen, und es gilt auch in einer Kurstadt. Mehr zur Landesküche steht unter tschechische Küche.

Gut zu wissen: An der Promenade zahlst du für die Lage. Das ist nicht unfair, aber du solltest es wissen. Wer preisbewusst essen will, geht ein paar Straßen vom Fluss weg oder in den unteren Stadtteil, wo die Karlsbader selbst essen. Der Weg dorthin dauert selten mehr als zehn Minuten.

Cafés an der Kolonnade

Die Kaffeehauskultur gehört zur Kurstadt wie die Trinkhalle. Ein Kaffee mit Blick auf die Promenade ist keine Touristenfalle, sondern genau das, wofür diese Stadt gebaut wurde: sitzen, schauen, Zeit haben. Rechne mit Promenadenpreisen und nimm dir dafür wirklich eine Stunde.

Das gilt auch für das Café im Grandhotel Pupp, das Tagesgästen offensteht. Es ist der einfachste Weg, den bekanntesten Innenraum der Stadt zu sehen, ohne dort zu übernachten.

Frühstück und Selbstversorgung

Wer nicht im Hotel frühstückt, findet in den Bäckereien der Stadt das Übliche: belegte Brötchen, Blätterteig mit Quarkfüllung, süße Hefeteilchen und Kaffee zum Mitnehmen. Das ist schnell, günstig und völlig ausreichend für einen Vormittag an den Kolonnaden.

Für Selbstversorger gibt es Supermärkte vor allem im unteren Stadtteil rund um die Bahnhöfe, im Kurviertel selbst dagegen kaum. Wer ein Apartment gebucht hat, kauft deshalb besser gleich bei der Ankunft ein, statt später mit vollen Taschen zurück ins Tal zu laufen.

Praktisches beim Bezahlen

Bezahlt wird in Kronen. Karten werden fast überall genommen, und wenn das Terminal fragt, ob du in Euro abrechnen willst, sagst du Nein. Trinkgeld gibt man durch Aufrunden, ein fester Prozentsatz ist nicht üblich. Wer eine Speisekarte mit großen Fotos und vier Sprachen direkt an der meistfotografierten Ecke sieht, geht besser weiter. Weitere Hinweise stehen unter praktische Tipps.

Häufige Fragen

Was sind Karlsbader Oblaten?

Große, sehr dünne runde Waffeln mit einer süßen Füllung, klassisch Haselnuss oder Mandel. Sie werden in der Region seit dem 19. Jahrhundert gebacken und gehören zur Kurstadtgeschichte. In Blechdosen gibt es sie als Souvenir, deutlich besser schmecken sie frisch und warm aus dem Eisen an einem Stand oder in einer Bäckerei.

Wo isst man in Karlsbad günstiger?

Abseits der Kolonnade. Direkt an der Promenade zahlst du für die Lage, ein paar Straßen weiter oder im unteren Stadtteil kochen dieselben Gerichte deutlich günstiger. Am besten funktioniert das Mittagsmenü, das viele Lokale werktags anbieten und das die preiswerteste warme Mahlzeit des Tages ist.

Kann man das Quellwasser statt Mineralwasser trinken?

Nein, dafür ist es nicht gedacht. Das Wasser an den Kolonnaden ist warm, salzig und stark mineralisiert, es gehört zur Trinkkur und wird in kleinen Mengen getrunken. Für den Durst nimmst du normales Trinkwasser oder gekauftes Mineralwasser. Wer aus gesundheitlichen Gründen kuren will, braucht ärztliche Begleitung.

Wie trinkt man Becherovka richtig?

Gut gekühlt und pur in kleinen Gläsern, so wird er in Tschechien meist serviert. In Bars gibt es außerdem den Longdrink mit Tonic, der im Land Beton heißt. Der Likör ist hochprozentig und süß, mit Zimt, Nelke und Anis. Am Steuer gilt in Tschechien eine strikte Null-Promille-Grenze.

Wie viel Trinkgeld gibt man in Karlsbad?

Aufrunden ist üblich, ein fester Prozentsatz nicht. Wenn der Service gut war, rundest du auf einen glatten Betrag auf oder legst ein wenig dazu. Sag den Gesamtbetrag beim Bezahlen, statt Geld auf dem Tisch liegen zu lassen. Bezahlt wird in Kronen, auch wenn ein Lokal Euro annimmt.