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Prager Burg: Besuch, Rundgänge & Tickets

Die Prager Burg ist keine Burg im landläufigen Sinn, sondern eine ummauerte Kleinstadt auf dem Bergrücken über der Moldau: drei Höfe, eine gotische Kathedrale, ein Königspalast, eine romanische Basilika, eine Gasse mit Zwergenhäusern, Gärten und ein Präsidentenamt. Die Anfänge reichen ins 9. Jahrhundert zurück, das Areal umfasst rund 7,2 Hektar.

Genau diese Größe ist der Grund, warum viele Besuche misslingen. Wer ohne Plan hinaufsteigt, verbringt zwei Stunden mit Kontrollen, Wegen und der Suche nach dem richtigen Ticketschalter. Diese Seite sagt dir, welche Rundgänge es gibt, wann du kommen solltest, wie der Wachwechsel funktioniert und in welcher Reihenfolge das Areal Sinn ergibt.

Prager Burg: Besuch, Rundgänge & Tickets
Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Tschechischer NamePražský hrad
  • GegründetAnfänge im 9. Jahrhundert
  • FlächeRund 7,2 Hektar Areal
  • Heutige NutzungAmtssitz des tschechischen Staatspräsidenten
  • VladislavsaalUm 1500 von Benedikt Ried gewölbt
  • Dauer des Besuchs3 bis 5 Stunden mit Innenräumen

Was zum Areal gehört und was ein Ticket kostet

Die Höfe, die Straße durch das Areal und der Blick über die Stadt sind frei zugänglich, nach einer Sicherheitskontrolle an den Eingängen. Taschen werden geöffnet, große Rucksäcke halten auf. Wer nur durchgehen und schauen will, braucht kein Ticket.

Für die Innenräume gibt es mehrere Rundgänge mit unterschiedlichem Umfang. Der große Rundgang deckt in der Regel den Alten Königspalast, die Georgsbasilika, das Goldene Gässchen und den hinteren Teil des Veitsdoms ab. Ein kürzerer Rundgang lässt einzelne Gebäude weg. Ausstellungen, der Südturm des Doms, der Pulverturm und das Rosenberg-Palais werden zusätzlich abgerechnet.

Welche Gebäude aktuell in welchem Rundgang stecken, ändert sich mit Sanierungen und Staatsbesuchen. Auf diese eine Frage gibt nur die offizielle Seite eine verlässliche Antwort, und ein Ticket vom Straßenverkäufer auf dem Weg hinauf ist keine Eintrittskarte für die Burg, sondern meist für eine Stadtführung.

Tickets: Kaufe am Ticketzentrum im zweiten oder dritten Hof oder online über die offizielle Burgverwaltung. Entscheide vorher, ob du den Königspalast wirklich sehen willst; wenn nicht, reicht dir der freie Teil des Areals plus der vordere Dombereich. Der Domturm ist immer ein Extra und körperlich anspruchsvoll.

Zur offiziellen Website der Prager Burg

Der Andrang und wie du ihn umgehst

Ab etwa halb zehn treffen die ersten Bustouren und die Gruppen aus den Altstadthotels ein, und zwischen elf und drei steht die Burg voll. Die Sicherheitskontrolle ist dann der Flaschenhals, nicht der Ticketschalter. Es gibt zwei brauchbare Antworten darauf.

Die erste ist früh: vor neun Uhr sind die Höfe fast leer, und du bist im Dom, bevor die erste Gruppe ihn füllt. Die zweite ist von oben: statt von der Kleinseite hinaufzusteigen, fährst du zur Haltestelle oberhalb des Areals und beginnst westlich beim Kloster Strahov und der Loreta. Von dort gehst du bergab durch das Hradčanské náměstí zum Haupttor und verlässt die Burg am östlichen Ende über die Alte Schlossstiege. So läufst du keinen Meter doppelt und keinen Höhenmeter hinauf.

Gut zu wissen: Der Wachwechsel findet stündlich an den Wachhäuschen des Ehrenhofs statt und dauert wenige Minuten. Die große Zeremonie mit Fanfaren und Fahnenwechsel gibt es einmal am Tag zur Mittagsstunde im ersten Hof. Wenn du sie sehen willst, stell dich rechtzeitig an das Geländer; wenn nicht, plane für diese Zeit einen Innenraum ein, denn der erste Hof ist dann kaum passierbar.

Die Reihenfolge, die funktioniert

Das Areal ist von West nach Ost aufgereiht, und in dieser Richtung solltest du es auch abgehen. Vom Hradčanské náměstí durch das Matthiastor in den ersten Hof, weiter in den zweiten mit dem Brunnen und der Heiligkreuzkapelle, dann öffnet sich der dritte Hof, und die Kathedrale steht so nah an dir, dass du sie kaum fotografieren kannst.

Zuerst der Dom, dann der Alte Königspalast mit dem Vladislavsaal, den Benedikt Ried um 1500 mit einem Rippengewölbe überspannte, das für seine Zeit halsbrecherisch weit war. In diesem Saal fanden Krönungsfeste und Ritterturniere statt; die Reiterstiege daneben ist so gebaut, dass Pferde hinaufsteigen konnten. Von einem Nebenraum der Böhmischen Hofkanzlei aus wurden 1618 zwei kaiserliche Statthalter aus dem Fenster geworfen, was den Dreißigjährigen Krieg mit auslöste.

Danach die romanische Georgsbasilika, deren Kern ins 10. Jahrhundert zurückgeht und deren nüchterne Steinwände nach dem Barock ringsum wie eine Erholung wirken. Zum Schluss das Goldene Gässchen und der Wehrgang darüber, dann hinaus Richtung Osten.

Gärten, Aussicht und was du weglassen kannst

Am Südhang unterhalb der Höfe liegen mehrere terrassierte Gärten, die in der warmen Jahreshälfte geöffnet sind und im Winter geschlossen bleiben. Sie sind der ruhigste Teil der Burg und zugleich der beste Blickpunkt: von hier siehst du die Dächer der Kleinseite, die Moldau und dahinter die Türme der Altstadt in einer Staffelung, die von oben aus den Höfen so nicht sichtbar ist. Nördlich des Areals, jenseits des Hirschgrabens, steht das Königliche Sommerpalais, ein Renaissancebau, an dem kaum jemand vorbeikommt, weil er außerhalb der Laufrichtung liegt.

Weglassen kannst du guten Gewissens die Souvenirstände im zweiten Hof und die Kombination aus mehreren Ausstellungen an einem Tag. Zwei Innenräume mit Zeit sind mehr wert als fünf im Durchgang.

Der Abstieg und was du unten anschließen kannst

Die Alte Schlossstiege führt in engen Stufen zur Metrostation Malostranská hinunter. Sie ist die schnellste Verbindung nach unten, bei Nässe aber rutschig und mit Kinderwagen ungeeignet. Alternativ gehst du durch die Gärten unterhalb der Burg, sofern sie in der Saison geöffnet sind, oder über die Nerudova zurück in die Kleinseite.

Unten schließt sich der Tag logisch: Kleinseitner Ring, dann über die Karlsbrücke zurück in die Altstadt. Wenn du morgens gestartet bist, erwischst du die Brücke im Abendlicht statt im Mittagsgedränge. Wie diese Runde in einen kompletten Stadtplan passt, steht auf der Übersicht der Prager Sehenswürdigkeiten. Für den Weg hinauf und hinunter lohnt der Blick auf Verkehr in Prag.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istZwischen elf und drei Uhr ist die Sicherheitskontrolle der Engpass. Komm früh oder starte westlich bei Strahov und Loreta und laufe bergab ins Areal hinein. Zur Mittagszeit ist der erste Hof wegen der großen Wachablösung kaum passierbar, was du für einen Innenraum nutzen kannst.
  • Wenn es regnetDom, Königspalast und Basilika liegen dicht beieinander und tragen einen Regentag. Die Wege zwischen den Höfen bleiben allerdings offen, und die Gärten am Hang werden bei Nässe unangenehm. Verschiebe Aussicht und Domturm auf einen klaren Tag.
  • Mit KindernDas Goldene Gässchen mit den Rüstkammern im Wehrgang und der Wachwechsel funktionieren bei Kindern zuverlässig, lange Innenräume mit Beschriftungen nicht. Plane den Besuch von oben nach unten, damit der Anstieg wegfällt, und rechne mit einer Pause im Garten.
  • Mit eingeschränkter MobilitätDer Berg ist die eigentliche Hürde. Mit der Straßenbahn zu den Haltestellen oben und dem Ausstieg über das Areal vermeidest du jeden Aufstieg. Höfe und Kirchenschiff sind weitgehend ebenerdig erreichbar, Domturm, Wehrgang und Alte Schlossstiege sind es nicht.

Häufige Fragen

Braucht man für die Prager Burg ein Ticket?

Für die Höfe, die Aussicht und den Weg durch das Areal nicht, nur die Sicherheitskontrolle musst du passieren. Für die Innenräume brauchst du einen Rundgang: Alter Königspalast, Georgsbasilika, Goldenes Gässchen und der hintere Teil des Veitsdoms sind kostenpflichtig. Domturm, Pulverturm und Sonderausstellungen kosten zusätzlich.

Wie lange sollte man für die Prager Burg einplanen?

Ohne Innenräume reichen 1 bis 2 Stunden für Höfe, Aussicht und den freien Domteil. Mit einem Rundgang solltest du 3 bis 5 Stunden rechnen, inklusive Kontrolle, Ticketkauf und Wegen zwischen den Gebäuden. Wer zusätzlich auf den Domturm steigt, legt eine weitere Stunde und einiges an Kondition drauf.

Wann ist der Wachwechsel an der Prager Burg?

Stündlich an den Wachposten am Ehrenhof, jeweils kurz und ohne Musik. Einmal am Tag, zur Mittagsstunde, gibt es im ersten Hof die große Zeremonie mit Fanfaren und Fahnenwechsel. Dafür musst du dich einige Minuten vorher an die Absperrung stellen, sonst siehst du nur Hinterköpfe.

Wie kommt man ohne Steigung zur Prager Burg?

Mit der Metro bis Malostranská und von dort mit der Straßenbahn hinauf zu den Haltestellen am Burgareal oder bei Pohořelec. Von oben gehst du dann bergab durch die Höfe und verlässt das Areal im Osten. Der Fußweg über die Nerudova oder die Alte Schlossstiege ist deutlich anstrengender.

Kann man die Prager Burg und den Veitsdom am selben Tag mit der Altstadt verbinden?

Ja, aber nur in einer Richtung. Starte oben, arbeite dich durch das Areal nach Osten, steige zur Kleinseite ab und gehe am späten Nachmittag über die Karlsbrücke in die Altstadt. Der umgekehrte Weg bedeutet Anstieg in der Mittagshitze und die Brücke im vollsten Moment des Tages.

Lohnt sich der Aufstieg auf den Domturm?

Wenn du schwindelfrei und gut zu Fuß bist, ja: die enge Wendeltreppe endet über den Dächern des Burgareals, und du siehst die Stadt von einem Punkt, den kein anderer Aussichtsturm bietet. Es gibt keinen Aufzug, keinen Ausweichweg und bei Gegenverkehr wenig Platz. Bei Gewitter bleibt der Turm zu.