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Prag Sehenswürdigkeiten: die Top 20

Prag hat mehr Höhepunkte, als in ein Wochenende passen, und sie liegen sehr ungleich verteilt: fast alles drängt sich auf zwei Quadratkilometer links und rechts der Moldau. Diese Liste sortiert die 20 wichtigsten Ziele so, dass du sie in einer sinnvollen Reihenfolge abgehst, statt dreimal über dieselbe Brücke zu laufen.

Die Nummern 1 bis 10 sind die Strecke, die du auch bei einem kurzen Besuch schaffst. Ab Nummer 11 wird es persönlicher: Aussicht, Kunst, Architektur des 20. Jahrhunderts, Tagesausflüge. Zu jedem Punkt steht dabei, wie lange er wirklich dauert und ob du ein Ticket brauchst.

Prag Sehenswürdigkeiten: die Top 20
Foto: Janmad, CC BY 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Anzahl20 Höhepunkte, nach Flussseiten sortiert
  • Mindestzeit2 Tage für die Nummern 1 bis 10
  • Größte DistanzAltstädter Ring zur Burg, etwa 30 Minuten zu Fuß
  • HöhenmeterDer Burgberg liegt rund 70 Meter über dem Moldauufer
  • Beste TageszeitAußenräume vor 9 Uhr, Innenräume gleich zur Öffnung oder am späten Nachmittag

Westlich der Moldau: Burgberg und Kleinseite

1 Prager Burg

Das Areal auf dem Bergrücken ist keine Burg im Sinne eines Gebäudes, sondern eine ganze Stadtkrone: Höfe, Paläste, eine Kathedrale, eine romanische Basilika, Gärten und der Sitz des tschechischen Präsidenten. Die Anfänge reichen ins 9. Jahrhundert, die Fläche umfasst rund 7,2 Hektar.

Durch die Höfe kommst du nach der Sicherheitskontrolle ohne Ticket. Für die Innenräume gibt es verschiedene Rundgänge mit unterschiedlichem Umfang. Rechne mit einem halben Tag, wenn du hinein willst, und lies vorher die Seite zur Prager Burg.

2 Veitsdom

Die Kathedrale im dritten Burghof ist der wichtigste Innenraum Prags. Der gotische Bau begann 1344 mit der Erhebung Prags zum Erzbistum, unter Matthias von Arras und dann Peter Parler, vollendet wurde er erst 1929. Im Inneren liegen die böhmischen Kronjuwelen hinter mehreren Schlössern und in der Wenzelskapelle das Grab des Landespatrons.

Der vordere Teil des Kirchenschiffs ist ohne Ticket zugänglich, alles dahinter nicht. Ein Glasfenster von Alfons Mucha im nördlichen Seitenschiff ist der Punkt, an dem die meisten Besucher stehen bleiben. Details unter Veitsdom.

3 Goldenes Gässchen

Die Zlatá ulička ist eine Reihe winziger Häuser, die gegen Ende des 16. Jahrhunderts in die Bögen der Burgbefestigung gesetzt wurden. Bis zum Zweiten Weltkrieg wohnten hier Menschen; Franz Kafka schrieb 1916 und 1917 im Haus Nummer 22.

Die Gasse gehört zum Burgrundgang, ist also kein separates Ziel. Sie ist kurz, sehr eng und schnell verstopft. Warum sie trotzdem lohnt und wann du besser durchgehst, steht unter Goldenes Gässchen.

4 Kleinseite

Malá Strana zwischen Brücke und Burgberg ist das barocke Prag: Palastfassaden, Klostergärten, die St.-Nikolaus-Kirche mit ihrer schweren Kuppel und die steile Nerudova, die zum Burgaufgang führt. Weniger Souvenirläden als in der Altstadt, mehr Ruhe in den Seitengassen.

Ein bis zwei Stunden Spaziergang ohne Innenräume, mehr mit. Die Route steht unter Prager Kleinseite.

5 Kampa

Die Insel unterhalb der Karlsbrücke ist der schnellste Ausstieg aus dem Besucherstrom: ein Park am Wasser, ein alter Mühlgraben namens Čertovka, ein Museum für moderne Kunst und Blick zurück auf die Altstadtsilhouette.

Von der Brücke führt eine Treppe direkt hinunter. Zwanzig Minuten reichen für den Park, eine Stunde für Park und Ufer. Mehr unter Kampa-Insel.

Über den Fluss: die Brücke

6 Karlsbrücke

Karl IV. legte 1357 den Grundstein, der Bau wird der Werkstatt Peter Parlers zugeschrieben, und ersetzt wurde damit die Judithbrücke, die ein Hochwasser 1342 zerstört hatte. Die Brücke ist knapp 516 Meter lang, ruht auf 16 Bögen und trägt 30 Statuen und Figurengruppen, überwiegend barock.

Zwischen zehn und achtzehn Uhr ist sie eine Menschenschlange, morgens gehört sie fast dir. Beide Brückentürme lassen sich besteigen, und das ist der lohnendste Teil. Alles dazu unter Karlsbrücke.

Östlich der Moldau: Altstadt und Josefov

7 Altstädter Ring

Der Platz entwickelte sich seit dem 12. Jahrhundert als Markt an den europäischen Handelswegen und ist heute ein geschlossenes Ensemble aus Gotik, Barock und Historismus: die Türme der Teynkirche, die barocke St.-Nikolaus-Kirche, das Kinský-Palais, das Rathaus und in der Mitte das Jan-Hus-Denkmal von 1915.

Im Pflaster nahe dem Rathaus liegen 27 Kreuze, die an die Hinrichtung von 27 Anführern des böhmischen Ständeaufstands im Jahr 1621 erinnern. Die meisten laufen darüber, ohne es zu wissen. Der Rundgang steht unter Altstädter Ring.

8 Astronomische Uhr und Rathausturm

Der älteste Kern der Uhr entstand 1410 durch den Uhrmacher Mikuláš z Kadaně und den Astronomen Jan Šindel. Das astronomische Zifferblatt zeigt Sonnenstand, Mondphase, Tierkreis und alttschechische Stundenzählung, die Kalenderscheibe darunter geht auf einen Entwurf von Josef Mánes aus dem Jahr 1866 zurück.

Das Apostelspiel zur vollen Stunde dauert weniger als eine Minute und enttäuscht viele. Der Turm mit Aufzug darüber ist das eigentliche Erlebnis, weil du von dort auf das Dachgewirr der Altstadt schaust. Ehrliche Einordnung unter Prager Rathausuhr.

9 Staré Město

Die Altstadt jenseits des Rings: der Pulverturm als spätgotisches Stadttor von 1475, die Celetná, das Karolinum der 1348 gegründeten Universität, das Klementinum der Jesuiten und ein Netz von Gassen, in dem du zwei Straßen neben der Hauptachse plötzlich allein stehst.

Ein halber Tag mit Pausen. Die Reihenfolge, die keine Wege doppelt läuft, steht unter Prager Altstadt.

10 Josefov

Das frühere jüdische Viertel mit sechs Denkmälern des Jüdischen Museums, darunter die Altneusynagoge aus dem 13. Jahrhundert und der Alte Jüdische Friedhof, auf dem Grabsteine in Schichten übereinander stehen, weil der Platz nie erweitert werden durfte.

Das ist ein Erinnerungsort. Kopfbedeckung für Männer in der Synagoge, keine Fotos, wo es untersagt ist, und keine Eile. Kontext und Ticketlogik unter Josefov.

Aussicht, Kunst und die Neustadt

11 Petřín

Der bewaldete Hügel westlich der Kleinseite trägt einen Aussichtsturm, der in seiner Gitterform an den Eiffelturm erinnert, aber nur einen Bruchteil so hoch ist. Dazu Rosengarten, Spiegellabyrinth und eine Standseilbahn, deren Betrieb du vorher prüfen solltest.

Nur bei klarer Sicht sinnvoll, dann aber der beste Gesamtblick auf die Stadt. Mehr unter Petřín.

12 Wenzelsplatz

Kein Platz, sondern ein 750 Meter langer Boulevard, den Karl IV. als Rossmarkt der Neustadt anlegte. Hier rollten im August 1968 die Panzer des Warschauer Pakts auf, hier klingelten 1989 die Schlüssel der Samtenen Revolution. Am oberen Ende das Reiterdenkmal und dahinter das Nationalmuseum.

Zwanzig Minuten zum Durchgehen, eine Stunde, wenn du die Geschichte mitnimmst. Mehr unter Wenzelsplatz.

13 Nationalmuseum

Das Hauptgebäude im Stil der Neorenaissance am Kopf des Wenzelsplatzes wurde nach jahrelanger Sanierung wieder geöffnet. Naturkunde, Landesgeschichte, ein Treppenhaus, das selbst eine Sehenswürdigkeit ist, und eine Kuppel mit Blick über den Boulevard.

Der beste Regentag-Plan in Prag. Was du auswählst, wenn du nicht alles sehen willst, steht unter Nationalmuseum Prag.

14 Nationalgalerie

Ein wichtiger Hinweis vorweg: Die Nationalgalerie ist keine Adresse, sondern mehrere Häuser in der Stadt. Mittelalterliche Kunst, das 19. Jahrhundert, Moderne und Gegenwart liegen an verschiedenen Standorten. Wer blind zu einem Gebäude fährt, sieht möglicherweise nicht die Sammlung, die er suchte.

Der Vergleich der Häuser steht unter Nationalgalerie Prag.

15 Tanzendes Haus

Frank Gehry und Vlado Milunić setzten 1996 an eine Kriegslücke am Moldauufer ein Bürogebäude, dessen Glasturm sich in die Ecke lehnt. Es ist kein Museum, sondern ein genutztes Haus mit Café und Terrasse im obersten Geschoss.

Zehn Minuten für die Außenansicht, mehr für die Aussicht. Am besten vom gegenüberliegenden Ufer betrachten. Mehr unter Tanzendes Haus.

16 Vyšehrad

Die Festung auf dem Felsen südlich der Neustadt ist der Ort der Gründungslegende Prags. Heute stehen dort die Basilika St. Peter und Paul mit ihren neugotischen Türmen, die romanische Martinsrotunde und der Vyšehrader Friedhof mit den Gräbern von Smetana, Dvořák und Mucha, in dessen Mitte die Gemeinschaftsgrablege Slavín steht.

Die stille Alternative zur Burg, mit dem besten Blick auf das Moldautal. Mehr unter Vyšehrad.

17 Klementinum

Der frühere Jesuitenkomplex zwischen Karlsbrücke und Altstadt, ab 1556 aufgebaut, beherbergt heute die Nationalbibliothek. Die barocke Bibliothekshalle mit bemalter Decke und historischen Globen ist nur im Rahmen einer Führung zugänglich, dazu gehört der Astronomische Turm.

Der Zugang läuft über die Führung, nicht über eine offene Tür. Die Lage im Gassennetz erklärt die Seite zur Prager Altstadt.

18 Strahov-Kloster und Loreta

Westlich des Burgareals auf dem Hradschin liegen das Prämonstratenserkloster Strahov mit zwei prachtvollen Bibliothekssälen und die barocke Wallfahrtsstätte Loreta mit ihrem Glockenspiel. Beide sind auffällig leerer als die Burg, obwohl sie nur wenige Minuten entfernt liegen.

Ideal als Anfang eines Burgtages: von oben herunter statt von unten hinauf. Wie das in den Ablauf passt, steht unter Prager Burg.

19 Bootstour auf der Moldau

Vom Wasser aus siehst du die Brückenbögen, die Mühlräder und die Silhouette der Burg in einer Anordnung, die es vom Ufer nicht gibt. Kurze Rundfahrten starten am rechten Ufer nahe der Karlsbrücke, längere Fahrten führen an Kampa und den Schleusen vorbei.

Bei Wind und Regen unangenehm, am späten Nachmittag am schönsten. Mehr unter Bootstour auf der Moldau.

20 Kutná Hora und Karlštejn

Zwei Tagesausflüge, die mit der Bahn funktionieren. Kutná Hora war dank des Silberbergbaus nach Prag die wichtigste Stadt Böhmens, hat einen UNESCO-geschützten Kern mit der Barbarakathedrale und in Sedlec das Beinhaus. Die Burg Karlštejn ließ Karl IV. als Schatzkammer für die Reichsinsignien bauen; vom Bahnhof geht es zu Fuß ansteigend hinauf, und die Innenräume sind nur mit Führung zu sehen.

Beides braucht einen ganzen Tag, nicht einen halben. Beides zusammen an einem Tag geht nicht.

Welche Route zu deiner Zeit passt

Ein Tag: morgens Altstädter Ring und Rathausturm, dann durch die Altstadt zur Karlsbrücke, über die Brücke, Anstieg durch die Kleinseite, Burghöfe und Veitsdom, Abstieg über die Alte Schlossstiege. Das sind die Nummern 1, 2, 4, 6, 7, 8 und 9 und ein voller, langer Tag.

Zwei Tage: Tag eins östlich der Moldau mit Altstadt, Ring, Uhr, Josefov und Wenzelsplatz. Tag zwei westlich mit Strahov, Burg, Dom, Goldenem Gässchen, Kleinseite, Kampa und der Brücke am Abend. So überquerst du den Fluss einmal pro Tag statt viermal.

Drei Tage: Tag drei gehört der Kür. Entweder Aussicht und Kunst mit Petřín, Nationalgalerie und Vyšehrad, oder ein Tagesausflug nach Kutná Hora. Eine ausformulierte Variante steht in Prag in 3 Tagen.

Tipp: Halte die Flussseiten pro Tag zusammen. Der häufigste Planungsfehler in Prag ist das Hin und Her über die Karlsbrücke, weil dabei jedes Mal 20 Minuten und die Nerven im Gedränge verloren gehen.

Tickets: Für das Burgareal brauchst du einen Rundgang, dessen Umfang du vorher wählst; welche Gebäude enthalten sind, ändert sich und steht nur an der offiziellen Quelle verlässlich. Rathausturm, Klementinum-Führung und die Häuser der Nationalgalerie haben jeweils eigene Tickets. Ob eine Sammelkarte sich für deine Auswahl rechnet, klärt die Seite zum Prague Visitor Pass.

Zur offiziellen Website der Prager Burg

Häufige Fragen

Was muss man in Prag unbedingt sehen, wenn man nur einen Tag hat?

Altstädter Ring mit Rathausturm, ein Stück Altstadt, die Karlsbrücke, den Aufstieg durch die Kleinseite und die Burghöfe mit dem Veitsdom. Das ist eine Linie ohne Umwege und dauert mit Pausen etwa acht Stunden. Innenräume musst du dabei auf einen einzigen beschränken, sonst kippt der Plan.

In welcher Reihenfolge besucht man die Prager Sehenswürdigkeiten am besten?

Nach Flussseiten, nicht nach Wichtigkeit. Ein Tag östlich der Moldau für Altstadt, Ring, Uhr und Josefov, ein Tag westlich für Burg, Dom, Kleinseite und Kampa. Die Karlsbrücke setzt du an den Anfang oder das Ende eines Tages, weil sie in der Tagesmitte am vollsten ist.

Lohnt sich eine Prag-Karte für die Sehenswürdigkeiten?

Nur wenn du viele kostenpflichtige Innenräume in kurzer Zeit besuchst. Wer vor allem Plätze, Gassen und Brücke ansieht, zahlt für eine Sammelkarte mehr, als er nutzt. Rechne deine Wunschliste vorher gegen die Einzelpreise und prüfe, ob dein wichtigstes Ziel überhaupt enthalten ist.

Welche Sehenswürdigkeiten in Prag sind kostenlos?

Der Altstädter Ring, der Blick auf die astronomische Uhr, die Karlsbrücke, das Moldauufer, Kampa, die Gassen der Kleinseite, der Petřín-Park, der Wenzelsplatz und die Höfe der Prager Burg. Auch der vordere Teil des Veitsdoms und das Gelände von Vyšehrad kosten nichts.

Wie kommt man von der Altstadt zur Prager Burg?

Zu Fuß über die Karlsbrücke und dann entweder die Nerudova hinauf und über die Treppen zum Hradčanské náměstí oder über die Alte Schlossstiege. Beide Wege steigen deutlich an und dauern etwa 30 Minuten. Ohne Steigung nimmst du die Metro nach Malostranská und von dort die Straßenbahn zu den Haltestellen oben am Burgareal.

Sind die Prager Sehenswürdigkeiten auch abends geöffnet?

Innenräume schließen meist am späten Nachmittag oder frühen Abend, Museen oft mit einem festen Wochentag als Ruhetag. Die Außenräume sind dagegen die ganze Nacht zugänglich und beleuchtet. Ein Abendspaziergang über Ring, Brücke und Kleinseite ist deshalb die beste Ergänzung zu einem Tag mit Tickets.