Auf einen Blick
- Tschechischer NameKampa, vom Mühlkanal Čertovka begrenzt
- Museum KampaIn den Sovovy mlýny, Sammlung von Meda Mládek
- HochwasserBei der Flut im August 2002 stand die Insel unter Wasser
- EintrittInsel und Park sind frei zugänglich
- Dauer des Besuchs1 bis 2 Stunden mit Park und Uferweg
Eine Insel, die aus einem Mühlkanal entstand
Die Čertovka ist kein natürlicher Flussarm, sondern ein angelegter Kanal, der Wasser aus der Moldau abzweigte, um Mühlen anzutreiben. Erst dadurch wurde der Uferstreifen zur Insel. An der Großpriorats-Mühle dreht sich bis heute ein großes Holzrad im Kanal, und die Häuser stehen so dicht am Wasser, dass Reiseführer die Ecke gern „Prager Venedig“ nennen. Das ist übertrieben, hübsch ist es trotzdem. Der bebaute Teil im Norden heißt Na Kampě und ist ein schmaler, gepflasterter Platz mit Bäumen, direkt unter den Bögen der Karlsbrücke.
Vom Trubel der Brücke in den Park
Von der Brücke führt eine Treppe hinunter, und nach zwanzig Schritten ist der Lärm weg. Nach Süden öffnet sich die Insel zu einer großen Wiese mit alten Bäumen und Blick über den Fluss zum gegenüberliegenden Ufer, wo das Nationaltheater steht. Hier sitzen Prager Familien, Studenten und Leute mit Buch. Im Sommer ist Schatten die knappe Ressource: Im Mittel der letzten Jahre erreicht das Tagesmaximum im August 25,7 Grad, und die Wiese liegt offen. Am frühen Morgen ist es hier fast leer, ab Mittag kommt der Strom von der Brücke herunter.
Gut zu wissen: Die Insel ist keine Sackgasse. Am südlichen Ende führen Treppen zur Legionärsbrücke hinauf, im Norden kommst du über kleine Brücken zurück auf die Kleinseite. So lässt sich Kampa in jede Richtung in einen Rundgang einbauen.
Museum Kampa und die Kunst im Freien
In den umgebauten Sova-Mühlen am Wasser sitzt das Museum Kampa mit der Sammlung, die Meda Mládek im Exil zusammengetragen hat. Schwerpunkte sind František Kupka, einer der Wegbereiter der abstrakten Malerei, und der Bildhauer Otto Gutfreund, dazu mitteleuropäische Kunst des 20. Jahrhunderts. Draußen davor krabbeln die überlebensgroßen Babyfiguren von David Černý über den Rasen, und am Ufer stehen zeitweise leuchtend gelbe Pinguine aus recyceltem Kunststoff. Beides ist zum Anschauen gedacht, nicht zum Klettern.
Tickets: Für Insel, Park, Mühlrad und die Skulpturen im Freien zahlst du nichts. Eintritt kostet nur das Museum Kampa; Sonderausstellungen werden dort teilweise getrennt abgerechnet. Öffnungszeiten stehen auf der offiziellen Website des Museums.
Die Lennon-Mauer nebenan
Ein paar Schritte über die Čertovka liegt das Velkopřevorské náměstí, und dort steht die Lennon-Mauer. Seit den 1980er Jahren wurde sie immer wieder mit Botschaften bemalt, unter dem kommunistischen Regime als stiller Protest, danach als Touristenritual. Was du siehst, ist immer die jüngste Schicht, denn übermalt wird ständig. Zwei Dinge gehören dazu: Es ist eine Wohnstraße neben einer Botschaft, also kein Ort für laute Gruppen, und ob eigenes Sprühen erlaubt ist, hängt von den Regeln vor Ort ab, die zuletzt mehrfach geändert wurden.
Hochwasser gehört zur Insel
Kampa liegt tief, und das merkt man alle paar Jahrzehnte. Bei der großen Flut im August 2002 stand die Insel komplett unter Wasser, Häuser und Museum wurden schwer beschädigt. Seither werden bei steigenden Pegeln mobile Schutzwände aufgestellt, und die Uferwege werden dann gesperrt. Wenn im Frühjahr Schmelzwasser oder nach langem Regen viel Wasser kommt, prüfe kurz die Lage, bevor du hingehst, und respektiere Absperrungen am Kanal.
Achtung: Die Uferkanten sind an vielen Stellen weder abgesperrt noch beleuchtet, und das Pflaster ist bei Nässe glatt. Halte Abstand zur Kante, besonders mit Kindern und nach Einbruch der Dunkelheit.
Route und Praktisches
Der einfachste Weg: von der Karlsbrücke die Treppe hinunter nach Na Kampě, dann an der Čertovka entlang zum Mühlrad, hinüber zur Lennon-Mauer und zurück in den Park bis zur Südspitze. Wer mit der Metro kommt, fährt auf der Linie A bis Malostranská und läuft von dort zehn Minuten am Wasser entlang; Fahrscheine müssen vor der Fahrt entwertet sein, alles Weitere steht bei Metro, Tram und Tickets. Feste Schuhe helfen, denn das Pflaster besteht aus gewölbten Kopfsteinen. Anschließend passt der Aufstieg zum Petřín oder der Uferweg nach Süden bis zum Tanzenden Haus. Vom Wasser aus sieht man die Insel übrigens am besten: Die kurzen Rundfahrten der Bootstouren fahren durch die Čertovka.
Wenn es nicht klappt
- Wenn es voll istAm Platz Na Kampě und an der Lennon-Mauer wird es ab Mittag eng. Der Park im Süden bleibt fast immer luftig, und vor neun Uhr morgens hast du die ganze Insel fast für dich.
- Wenn es regnetDas Museum Kampa in den Sova-Mühlen ist der einzige gedeckte Punkt auf der Insel. Unter der Karlsbrücke gibt es kaum Schutz, und die Parkwege liegen völlig offen.
- Mit KindernWiese zum Rennen, das drehende Mühlrad und die krabbelnden Babyfiguren von David Černý funktionieren gut. Achte auf die ungesicherten Uferkanten, sie sind an vielen Stellen nicht abgesperrt.
- Mit eingeschränkter MobilitätDie Treppe von der Karlsbrücke ist der kürzeste, aber nicht der stufenfreie Weg. Über die Straßen der Kleinseite erreichst du Na Kampě und den Park nahezu eben, allerdings durchgehend auf Kopfsteinpflaster.
Häufige Fragen
Was ist die Kampa-Insel in Prag?
Eine Insel an der Kleinseite, die vom künstlich angelegten Mühlkanal Čertovka vom Ufer getrennt wird. Im Norden liegt der bebaute Teil mit Bürgerhäusern, einem alten Mühlrad und dem Platz Na Kampě unter der Karlsbrücke, im Süden ein großer Park am Wasser. Die Insel ist frei zugänglich.
Wie kommt man von der Karlsbrücke auf die Kampa?
Kurz vor dem westlichen Brückenende, auf der Seite der Kleinseite, führt eine Treppe hinunter direkt auf den Platz Na Kampě. Wer keine Treppen mag, geht bis zum Brückenturm weiter und von dort über die Straßen der Kleinseite hinunter, das ist der flachere Zugang.
Was kostet der Eintritt auf die Kampa?
Nichts. Insel, Park, Mühlrad und die Skulpturen im Freien sind rund um die Uhr frei zugänglich, es gibt keinen Zaun und keine Kasse. Eintritt zahlst du nur für das Museum Kampa in den Sova-Mühlen, und dort werden Sonderausstellungen teils getrennt berechnet. Auch die Lennon-Mauer und der Weg an der Čertovka kosten nichts, weshalb sich die Insel gut als Pause zwischen zwei kostenpflichtigen Zielen einbauen lässt.
Wo ist die Lennon-Mauer in Prag?
Am Velkopřevorské náměstí, wenige Schritte westlich der Kampa, gleich hinter der Brücke über die Čertovka. Die Mauer wird ständig neu übermalt, du siehst also immer die jüngste Schicht. Es ist eine ruhige Wohnstraße neben einer Botschaft, laute Gruppen sind dort nicht willkommen.
Lohnt sich das Museum Kampa?
Wenn dich mitteleuropäische Moderne interessiert, ja. Die Sammlung von Meda Mládek zeigt vor allem František Kupka und Otto Gutfreund in umgebauten Mühlengebäuden direkt am Wasser. Für einen Regentag auf der Kleinseite ist es die naheliegendste Adresse, für alle anderen reicht der Park draußen.






