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Grandhotel Pupp & das Filmfestival in Karlsbad

Am oberen Ende der Kurpromenade steht das Grandhotel Pupp, das bekannteste Gebäude der Stadt neben den Kolonnaden. Seine Wurzeln reichen ins frühe 18. Jahrhundert zurück, die heutige repräsentative Fassade stammt aus dem Jahr 1907 und aus dem Wiener Büro Fellner und Helmer.

Bekannt ist das Haus vor allem durch zwei Dinge: den Film „Casino Royale“ von 2006, in dem es ein Hotel in Montenegro spielt, und das internationale Filmfestival, das jeden Sommer die ganze Stadt übernimmt. Hinein kommst du auch ohne Zimmer, nämlich ins Café.

Grandhotel Pupp & das Filmfestival in Karlsbad
Foto: DIMSFIKAS, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Baujahrheutiger Hauptbau von 1907, Ursprünge im frühen 18. Jahrhundert
  • ArchitektenFerdinand Fellner und Hermann Helmer aus Wien
  • Lageam oberen Ende der Stará Louka, neben der Talstation der Standseilbahn
  • Filmfestivaldas Karlovy Vary International Film Festival läuft Anfang Juli
  • BesuchCafé und Konditorei sind auch ohne Übernachtung zugänglich

Vom Wirtshaus zum Grandhotel

Der Ursprung liegt im frühen 18. Jahrhundert, als an dieser Stelle ein Gesellschaftshaus für Kurgäste entstand. Die Konditorenfamilie Pupp übernahm es im 18. Jahrhundert und baute es über Generationen aus. Was du heute siehst, ist im Kern der große Neubau von 1907, entworfen vom Wiener Büro Fellner und Helmer, das in halb Mitteleuropa Theater und Repräsentationsbauten errichtete.

Das erklärt auch die Wirkung des Hauses: Es ist ein Theaterbau ohne Bühne. Fassade, Foyer und Festsaal sind auf Auftritt gebaut, denn im 19. Jahrhundert war eine Kur immer auch ein gesellschaftlicher Termin. Wer die Kolonnaden als Bühne verstanden hat, findet hier den zugehörigen Saal.

Filmgeschichte, richtig sortiert

Das Haus ist regelmäßig Drehort. Am bekanntesten ist „Casino Royale“ von 2006, in dem das Pupp als Hotel Splendide in Montenegro auftritt, sowie die Komödie „Last Holiday“ aus demselben Jahr. Beide nutzen die Fassade und die Innenräume ausgiebig.

Eine Klarstellung ist nötig, weil sie oft falsch erzählt wird: Wes Andersons „Grand Budapest Hotel“ wurde nicht hier gedreht. Die Innenaufnahmen entstanden in Görlitz, die Außenansicht ist ein Modell. Die Verwechslung liegt nahe, weil beide Häuser dieselbe Epoche zitieren, aber sie stimmt nicht.

Das Filmfestival Anfang Juli

Seit 1946 findet in Karlsbad das Karlovy Vary International Film Festival statt, eines der ältesten Filmfestivals Europas. Zentrum ist das Hotel Thermal am unteren Ende der Promenade, ein Betonbau der 1970er Jahre mit großem Kinosaal. Das Grandhotel Pupp ist die zweite Adresse: hier wohnen Gäste, hier stehen Kameras, hier laufen Empfänge.

Für Reisende heißt das zweierlei. Wer Festivalstimmung sucht, kommt genau dann: Die Stadt ist voll junger Leute mit Schlafsäcken, es gibt Vorführungen im Freien, die Promenade ist bis nachts belebt. Wer dagegen eine ruhige Kurstadt erwartet, sollte diese Woche meiden. Zimmerpreise ziehen deutlich an, und vieles ist lange im Voraus ausgebucht, siehe Hotels in Karlsbad.

Gut zu wissen: Du musst nicht im Haus übernachten, um es zu sehen. Café und Konditorei stehen auch Tagesgästen offen, und ein Kaffee samt Kuchen ist der günstigste Weg, Foyer und Atmosphäre von innen zu erleben. Kleide dich ein wenig ordentlich, dann fühlt sich das für alle Beteiligten stimmig an.

Wo es in der Route liegt

Das Pupp markiert das obere Ende der Talachse. Bis hierher hast du Kolonnaden, Sprudel und die Ladenzeile der Stará Louka hinter dir. Direkt nebenan liegt die Talstation der Standseilbahn zum Diana-Turm, weshalb sich der Aufstieg genau hier anschließt.

Vor dem Haus öffnet sich der einzige größere Platz der Kurpromenade. Von dort siehst du die Fassade als Ganzes, was zwischen den engen Häuserzeilen weiter unten nirgends möglich ist.

In der Nähe steht mit dem Kaiserbad ein zweiter Prachtbau derselben Epoche, ebenfalls aus dem Büro Fellner und Helmer. Er ist seit Langem nicht regulär in Betrieb und wird abschnittsweise saniert, von außen aber gut zu sehen. Zusammen ergeben die beiden Häuser ein Paar, an dem sich ablesen lässt, wie viel Geld um 1900 in dieser Stadt steckte und wie unterschiedlich es solchen Bauten seither ergangen ist. Wie sich das in einen Tag einfügt, steht unter Sehenswürdigkeiten.

Wenn es nicht klappt

  • Wenn es voll istIn der Festivalwoche Anfang Juli ist der ganze Bereich voll und teilweise abgesperrt
  • Wenn es regnetDas Café ist ein guter Regenstopp am oberen Ende der Promenade
  • Mit KindernKurz halten und lieber gleich weiter zur Standseilbahn nebenan
  • Mit eingeschränkter MobilitätDie Promenade davor ist eben, der Zugang ins Haus ist repräsentativ und gut begehbar

Häufige Fragen

Kann man das Grandhotel Pupp besichtigen, ohne dort zu wohnen?

Führungen durch das Haus gibt es nicht regelmäßig, aber Café und Konditorei sind öffentlich zugänglich. Das ist der übliche Weg für Tagesgäste: Kaffee trinken, Foyer und Interieur sehen, weiterziehen. Es bleibt ein Hotel im Betrieb, also gilt: nicht durch Flure streifen und keine Gästebereiche fotografieren.

Wurde James Bond im Grandhotel Pupp gedreht?

Ja, „Casino Royale“ von 2006 nutzte das Haus als Kulisse, dort spielt es das Hotel Splendide in Montenegro. Auch die Komödie „Last Holiday“ wurde hier gedreht. Nicht hier entstand dagegen „Grand Budapest Hotel“: Wes Anderson drehte in Görlitz, das Hotel der Außenaufnahmen ist ein Modell.

Wann findet das Filmfestival in Karlovy Vary statt?

Anfang Juli, jedes Jahr. Das Karlovy Vary International Film Festival läuft seit 1946 und ist eines der ältesten Europas. Hauptspielort ist das Hotel Thermal, das Grandhotel Pupp ist die zweite Adresse für Gäste und Empfänge. In dieser Woche ist die Stadt voll, laut und beim Übernachten deutlich teurer als sonst.

Lohnt sich ein Besuch in Karlsbad während des Festivals?

Das hängt davon ab, was du suchst. Für Filmfans ist es der beste Zeitpunkt: Vorführungen, Freiluftkino, junges Publikum in der ganzen Stadt. Wer die stille Kurstadt mit halbleeren Kolonnaden erleben will, sollte diese Woche meiden und stattdessen im Frühjahr oder September kommen.