Auf einen Blick
- SpracheTschechisch, eine westslawische Sprache
- Betonungimmer auf der ersten Silbe
- Wichtigstes WortDobrý den als Begrüßung
- Schwierigster Lautdas ř, ein gerolltes r mit Reibung
- Verwandte SpracheSlowakisch, gegenseitig gut verständlich
- Deutsch und Englischin Städten verbreitet, auf dem Land seltener
Die Häkchen und Striche verstehen
Ein Strich über einem Vokal, wie in á, é, í, ó, ú oder ý, bedeutet nur eines: Der Vokal wird lang gesprochen. Nichts weiter. Das ů ist ein historisch entstandenes langes u und klingt genauso wie ú. Wer „Karlovy Vary“ liest, spricht also alle Vokale kurz, wer „Mariánské Lázně“ liest, dehnt das a und das a in Lázně.
Das Häkchen über einem Konsonanten macht daraus einen Zischlaut. Aus s wird š wie das deutsche sch, aus c wird č wie tsch, aus z wird ž wie das j in Journal. Damit sprichst du Plzeň als Pl-senj mit weichem n, Šumava als Schumawa und Žižkov als Schischkow, wobei das erste ž stimmhaft bleibt.
Die drei Buchstaben, die wirklich neu sind
Das ř gibt es nur im Tschechischen. Es ist ein gerolltes r, das gleichzeitig gerieben wird, ungefähr wie ein r und ein ž zur selben Zeit. Tschechische Kinder lernen es zuletzt, Ausländer bekommen es meist nie ganz hin. Sprich ersatzweise ein rsch, dann verstehen dich alle: Dvořák wird Dworschak, Přerov wird Prscherow.
Das ě verändert den Konsonanten davor. Nach d, t und n macht es diesen weich, nach m schiebt es ein j ein. Deshalb klingt Něco wie njetso und město wie mnjesto. Und das ch ist im Tschechischen ein eigener Buchstabe, gesprochen wie das ch in Bach, nicht wie in ich.
Gut zu wissen: Die Betonung liegt im Tschechischen immer auf der ersten Silbe, unabhängig von der Wortlänge und unabhängig davon, wo die Längenstriche stehen. Länge und Betonung sind zwei verschiedene Dinge, das ist für deutsche Ohren der ungewohnteste Teil.
Die Wörter, mit denen du anfängst
„Dobrý den“, gesprochen dobri den, heißt Guten Tag und ist die Standardbegrüßung für alles: Laden, Restaurant, Bahnschalter, Aufzug. Wer einen Raum betritt, in dem andere sitzen, grüßt. Wer das nicht tut, gilt als unhöflich. Zum Abschied sagst du „Na shledanou“, gesprochen nas-chledanou.
Dazu kommen „prosím“ für bitte und für gern geschehen, „děkuji“ für danke, gesprochen djekuji, und „promiňte“ für Entschuldigung. Unter jüngeren Leuten und abends hörst du „ahoj“ als lockeres Hallo und Tschüss, das aber unter Fremden zu vertraulich wirkt.
Im Restaurant und in der Hospoda
Ein Bier bestellst du mit „jedno pivo, prosím“, also ein Bier bitte. Zwei sind „dvě piva“. Wenn du ein kleines willst, sagst du „malé pivo“. In einer klassischen Hospoda musst du oft gar nichts sagen: Du setzt dich, der Kellner bringt und macht Striche auf einem Zettel. Zum Abrechnen sagst du „zaplatím“, ich zahle.
Weitere nützliche Wörter: „voda“ für Wasser, „káva“ für Kaffee, „účet“ für Rechnung, „jídelní lístek“ für die Speisekarte. Und wenn du kein Fleisch isst: „jsem vegetarián“ funktioniert, wobei die Auswahl außerhalb der Städte begrenzt bleibt. Mehr dazu unter tschechische Gerichte und Restaurant-Knigge.
Zahlen, die du hören wirst
Die Zahlen von eins bis zehn lauten jedna, dva, tři, čtyři, pět, šest, sedm, osm, devět, deset. Hundert ist sto, tausend ist tisíc. Weil Preise in Kronen dreistellig oder vierstellig werden, hörst du vor allem Kombinationen mit sto und tisíc.
In der Praxis brauchst du die Zahlen selten aktiv, weil an Kassen der Betrag auf dem Display steht und Kartenzahlung überall funktioniert. Sie helfen aber beim Verstehen von Ansagen und Hausnummern. Was du zum Bezahlen sonst wissen solltest, steht unter Bezahlen in Tschechien.
Ortsnamen richtig lesen
Am Bahnhof, auf dem Ticket und auf jedem Schild steht die tschechische Schreibweise, nicht die deutsche. Prag ist Praha, Brünn ist Brno, Pilsen ist Plzeň, Budweis ist České Budějovice, Olmütz ist Olomouc, Karlsbad ist Karlovy Vary, Krumau ist Český Krumlov. Wer nach dem deutschen Namen fragt, erntet oft nur ein Achselzucken.
Auch Landschaften tragen tschechische Namen: das Riesengebirge heißt Krkonoše, der Böhmerwald Šumava, die Moldau Vltava, die Elbe Labe. Auf Wanderkarten und Wegweisern findest du ausschließlich diese Formen. Die Regionen im Überblick stehen unter Regionen.
Tipp: Lade dir vor der Reise die Aussprache von drei bis vier Ortsnamen ein, die du wirklich brauchst, etwa deinem Ankunftsbahnhof. Wenn du am Schalter „Olomouc“ mit betontem O und dunklem ou aussprichst, funktioniert das Gespräch sofort.
Was Tschechen an Besuchern schätzen
Erstens die Begrüßung. Zweitens ein Versuch, den Ortsnamen richtig auszusprechen, auch wenn er misslingt. Drittens die Bereitschaft, nicht automatisch auf Deutsch anzufangen. Die deutsch-tschechische Geschichte ist nicht spurlos vorbeigegangen, und die ältere Generation verbindet damit mehr als eine Fremdsprache.
Praktisch heißt das: Frag auf Englisch, ob Englisch geht, oder beginne mit „Mluvíte anglicky?“, sprechen Sie Englisch. In den Städten, besonders unter jüngeren Leuten, ist Englisch weit verbreitet. In Grenznähe zu Bayern und Sachsen ist Deutsch häufiger als anderswo.
Sätze, die im Alltag wirklich helfen
„Kde je …?“ heißt wo ist, etwa „Kde je nádraží?“ für den Bahnhof. „Kolik to stojí?“ fragt nach dem Preis. „Nerozumím“ heißt ich verstehe nicht, „Mluvím jen trochu česky“ heißt ich spreche nur ein bisschen Tschechisch, und beides entschärft jede Situation, in der du den Faden verloren hast.
Für die Orientierung sind zusätzlich diese Wörter nützlich: nádraží für Bahnhof, zastávka für Haltestelle, náměstí für Platz, ulice für Straße, most für Brücke, hrad für Burg, zámek für Schloss, kostel für Kirche. Damit liest du die meisten Wegweiser in Prag oder Olmütz ohne Übersetzung.
Falsche Freunde und Stolperstellen
Ein paar Wörter sehen bekannt aus und bedeuten etwas anderes. „Most“ ist keine Süßspeise, sondern eine Brücke, und zugleich der Name der Stadt Most. „Pozor“ heißt Achtung und steht auf sehr vielen Schildern. „Vchod“ ist der Eingang, „východ“ der Ausgang, und die beiden unterscheiden sich nur durch einen einzigen Buchstaben.
Beim Höflichkeitsniveau gilt: Fremde werden gesiezt, und die Verkleinerungsform, die im Tschechischen sehr verbreitet ist, klingt freundlich statt kindisch. Wenn dir jemand „pivečko“ statt „pivo“ anbietet, ist das nicht ironisch gemeint.
Wie viel du wirklich lernen musst
Für eine Städtereise reichen fünf Wörter: dobrý den, prosím, děkuji, promiňte, na shledanou. Damit bist du höflich, und alles Weitere geht auf Englisch oder mit Händen. Wer länger bleibt oder auf dem Land unterwegs ist, ergänzt Zahlen, Essenswörter und die Frage nach dem Weg.
Übersetzungs-Apps funktionieren gut, brauchen aber Netz. Wie du das regelst und was du offline dabeihaben solltest, steht unter Handy und Internet. Und wenn unterwegs etwas passiert, hilft krank im Urlaub in Tschechien mit den Begriffen, die dann zählen.
Häufige Fragen
Wie spricht man das tschechische ř aus?
Es ist ein gerolltes r, das gleichzeitig gerieben wird, also ungefähr r und ž zur selben Zeit. Diesen Laut gibt es nur im Tschechischen, und er ist für Lernende der schwierigste. Als Ersatz funktioniert ein rsch: Dvořák wird dann Dworschak. Verstanden wirst du damit überall.
Was bedeuten die Striche über den Buchstaben im Tschechischen?
Ein Strich über einem Vokal macht ihn lang, mehr nicht. Ein Häkchen über einem Konsonanten macht daraus einen Zischlaut: š klingt wie sch, č wie tsch, ž wie das j in Journal. Wichtig ist dabei, dass Länge und Betonung getrennt sind: betont wird immer die erste Silbe.
Kommt man in Tschechien mit Deutsch oder Englisch durch?
In Städten und in touristischen Betrieben meist ja, Englisch ist unter jüngeren Leuten weit verbreitet. Deutsch hörst du vor allem in Grenznähe zu Bayern und Sachsen sowie in den Kurorten. Auf dem Land und bei älteren Menschen kann beides fehlen. Frage höflich nach, bevor du eine Sprache voraussetzt.
Wie bestellt man in Tschechien ein Bier?
Mit „jedno pivo, prosím“, also ein Bier bitte, oder „dvě piva“ für zwei. In einer klassischen Hospoda genügt oft eine Handbewegung, weil der Kellner ohnehin nachschenkt und Striche auf einem Zettel macht. Abgerechnet wird am Ende, dafür sagst du „zaplatím“.
Wie heißt Guten Tag auf Tschechisch?
„Dobrý den“, gesprochen ungefähr dobri den. Damit begrüßt du Ladenbesitzer, Kellner, Schalterpersonal und Leute im Aufzug. Zum Abschied sagst du „Na shledanou“. Das lockere „ahoj“ ist unter Freunden üblich, unter Fremden aber zu vertraulich. Wer einen Raum betritt, in dem andere sitzen, grüßt zuerst, und das gilt in einem Laden genauso wie in einer kleinen Kneipe.
Muss ich tschechische Ortsnamen kennen?
Für Bahn und Bus ja, denn auf Schildern, Anzeigen und Tickets steht ausschließlich die tschechische Form. Prag heißt Praha, Pilsen Plzeň, Budweis České Budějovice, Karlsbad Karlovy Vary. Notiere dir für deine Route die tschechischen Namen, das erspart Missverständnisse am Schalter.






