Auf einen Blick
- MetrolinienDrei: A (grün), B (gelb), C (rot)
- UmsteigeknotenMuzeum (A und C), Můstek (A und B), Florenc (B und C)
- TarifprinzipFahrscheine gelten nach Zeitdauer, nicht nach Zonen im Zentrum
- EntwertenPflicht vor der Fahrt, am gelben Automaten oder im Fahrzeug
- FlughafenLetiště Václava Havla Praha hat keinen Metro- und keinen Bahnanschluss
- PanoramastreckeStraßenbahnlinie 22 zwischen Neustadt, Kleinseite und Burgviertel
Drei Metrolinien und ein Netz, das den Rest erledigt
Die Metro hat drei Linien. A ist grün und führt vom Krankenhaus Motol im Westen quer durch die Stadt nach Osten. B ist gelb und verbindet Zličín mit Černý Most. C ist rot und läuft von Letňany im Norden nach Háje im Süden. Merken musst du dir vor allem drei Stationen, weil dort umgestiegen wird: Muzeum am oberen Ende des Wenzelsplatzes verbindet A und C, Můstek am unteren Ende A und B, Florenc am Busbahnhof B und C.
Die Metro fährt allerdings nicht dorthin, wo die meisten Besucher hinwollen. Kleinseite, Burgberg und große Teile der Altstadt liegen zwischen den Stationen. Deshalb ist die Straßenbahn in Prag kein Zusatzangebot, sondern das eigentliche Arbeitspferd: sie hält engmaschig, fährt oft und bringt dich näher an die Adresse als jede Metrostation. Als Faustregel gilt: Metro für lange Achsen, Tram für die letzten anderthalb Kilometer.
Der Fahrschein gilt nach Zeit, nicht nach Strecke
Im Prager Zentrum kaufst du keine Zonen, sondern Minuten. Es gibt einen kurzen Fahrschein für wenige Stationen und einen längeren, der für Umstiege reicht, dazu Zeittickets über 24 und über 72 Stunden. Innerhalb der Gültigkeit steigst du beliebig oft um und darfst Metro, Tram, Bus, die Standseilbahn und die städtischen Fähren nutzen. Kaufe die Dauer nach der gesamten Reise einschließlich Wartezeit, nicht nach der reinen Fahrzeit.
Wenn du drei Tage bleibst und mehr als zweimal am Tag fährst, ist das Zeitticket die ruhigere Lösung: kein Rechnen am Automaten, kein Nachkaufen im Regen. Sperriges Gepäck braucht in Prag einen eigenen, ermäßigten Fahrschein, ein Kinderwagen nicht.
Wo du Tickets kaufst
Am zuverlässigsten am Automaten in der Metrostation: die Geräte nehmen Karte und Münzen und lassen sich auf Englisch oder Deutsch umstellen. In vielen neueren Straßenbahnen und Bussen hängt an der Tür ein Kartenterminal für kontaktlose Kurzzeittickets. Die offizielle App des Verkehrsverbunds verkauft dieselben Fahrscheine, verlangt aber eine Registrierung: installiere sie vor der Reise, nicht auf dem Bahnsteig mit Koffer in der Hand.
Gut zu wissen: Beim Busfahrer bekommst du in Prag in der Regel keinen Fahrschein. Verlasse dich nie darauf, unterwegs noch einen kaufen zu können, sondern besorge ihn vor dem Einsteigen.
Entwerten: der Schritt, der Geld kostet, wenn du ihn vergisst
Ein Papierfahrschein ist erst gültig, wenn er im gelben Kasten am Eingang zur Metro oder direkt im Fahrzeug abgestempelt ist. Einmal, nicht zweimal: ein doppelt bedruckter Fahrschein gilt als ungültig. Bei einem App-Ticket tippst du auf Aktivieren und wartest, bis die Gültigkeit läuft, bevor du in den kontrollierten Bereich gehst. Bezahlt zu haben genügt nicht.
Achtung: Kontrolleure fahren in Zivil und zeigen einen Dienstausweis mit Metallabzeichen. Sie prüfen in der Metro auch am Ausgang und auf der Rolltreppe, gern in Gruppen und gern zu Zeiten, in denen viele Reisende unterwegs sind. Ohne entwerteten Fahrschein zahlst du ein Bußgeld, das bei sofortiger Zahlung niedriger ausfällt als bei späterer. Lass dir immer eine Quittung geben.
Linie 22 und die Frage, wann die Tram schneller ist
Die Straßenbahnlinie 22 ist die bekannteste Strecke der Stadt, weil sie das Nationaltheater, die Kleinseite, Malostranská und die Haltestellen oberhalb der Prager Burg verbindet. Wer zum oberen Burgtor fährt, spart damit den kompletten Aufstieg und geht anschließend bergab durch die Kleinseite. Fahre bergauf und laufe bergab, das ist in Prag fast immer die bessere Reihenfolge.
Der Nachteil: diese Linie ist bei Taschendieben so bekannt wie bei Reisenden. Rucksack nach vorn, Handy nicht in die Gesäßtasche, an der Tür nicht drängeln. Das genügt schon.
Vom Flughafen Václav Havel in die Stadt
Der Flughafen hat keine Metrostation und keinen Bahnanschluss. Das ist der häufigste Planungsfehler bei der Ankunft. Die normale Verbindung ist ein Stadtbus zur nächsten Metrostation und von dort weiter unter der Erde: in Richtung Nádraží Veleslavín erreichst du die grüne Linie A, in Richtung Zličín die gelbe Linie B. Ziel und Nummer stehen auf der Anzeige an der Haltestelle vor dem Terminal.
Für diese Fahrt brauchst du einen normalen Fahrschein mit ausreichender Dauer, gekauft am Automaten in der Ankunftshalle oder an der Haltestelle. Wer mit viel Gepäck ohne Umstieg zum Hauptbahnhof will, nimmt den Airport Express, kurz AE. Das ist ein eigener Bus mit Gepäckplatz, für den der normale Nahverkehrsfahrschein nicht gilt.
Tipp: Prüfe vor der Buchung, ob dein Hotel näher an Linie A oder an Linie B liegt. Das entscheidet, welcher Flughafenbus der richtige ist, nicht die kürzeste Busfahrt. Bei Ankunft am späten Abend rechne zusätzliche Zeit ein.
Nachts fährt die Stadt weiter, aber anders
Die Metro macht nachts Betriebspause. Danach übernehmen Nachtstraßenbahnen ab Nummer 91 und Nachtbusse ab 901. Sie fahren seltener, dafür die ganze Nacht durch. Alle Nachttrams berühren die Haltestelle Lazarská in der Neustadt, dort sind die Anschlüsse aufeinander abgestimmt. Wenn du nach der Sperrzeit unterwegs bist, plane über Lazarská statt nach Luftlinie, sonst wartest du zweimal.
Taxi nur mit Festpreis oder App
Das Taxi vom Straßenrand ist in Prag das einzige Verkehrsmittel, bei dem du wirklich Geld verlieren kannst. Nutze eine App, in der der Preis vor dem Einsteigen feststeht, oder lass dir an einem offiziellen Standplatz einen Festpreis nennen und bestätigen. Seriöse Wagen tragen eine gelbe Dachleuchte, den Firmennamen an der Tür und einen sichtbaren Tarifaufkleber. Steht kein Preis fest, steig nicht ein.
Mietwagen: Vignette, Parkzonen, P und R
Für Autobahnen brauchst du eine elektronische Vignette, die an das Kennzeichen gebunden ist und online gekauft wird. Klebemarken gibt es nicht mehr, Details stehen unter Autobahnvignette. In der Stadt selbst ist das Auto ein Nachteil: Teile der Altstadt sind gesperrt, und fast jede Straße im Zentrum liegt in einer Parkzone. Blaue Zonen sind für Anwohner reserviert, in den übrigen farbigen Zonen zahlst du zeitlich begrenzt am Automaten oder per App.
Die einfache Lösung heißt P und R: bewachte Parkplätze an den Endstationen der Metro, von denen du in wenigen Minuten im Zentrum bist. Wie die Zonen im ganzen Land funktionieren, steht in Parken in Tschechien, die Wege nach Prag in Anreise nach Tschechien.
Tickets: Fahrscheinarten, Gültigkeitsdauern und aktuelle Preise stehen beim Prager Verkehrsverbund. Kaufe dort, am Automaten oder in der offiziellen App, nicht bei Vermittlern mit Zuschlag.
Was du als Nächstes klären solltest
Die Lage der Unterkunft entscheidet über deine täglichen Wege: Hotels in Prag vergleicht die Viertel nach Anbindung. Ob ein Prague Visitor Pass den Nahverkehr sinnvoll mitabdeckt, rechnest du vorher durch. Für Kutná Hora und Karlštejn gilt ein anderes System: Bahnfahrten mit eigenen Tickets.
Häufige Fragen
Muss ich in Prag den Fahrschein vor der Fahrt entwerten?
Ja, und das ist der wichtigste Punkt überhaupt. Papierfahrscheine stempelst du einmal im gelben Automaten am Metroeingang oder im Fahrzeug ab, App-Tickets aktivierst du und wartest, bis die Gültigkeit läuft. Ein gekaufter, aber nicht entwerteter Fahrschein gilt als Schwarzfahren. Kontrolleure in Zivil prüfen regelmäßig, auch am Ausgang der Metro.
Wie komme ich vom Flughafen Prag in die Innenstadt?
Der Flughafen hat keine Metro und keine Bahn. Du nimmst einen Stadtbus zur nächsten Metrostation, entweder Richtung Nádraží Veleslavín zur grünen Linie A oder Richtung Zličín zur gelben Linie B, und fährst dort weiter. Dafür genügt ein normaler Fahrschein mit ausreichender Dauer. Mit viel Gepäck ist der Airport Express zum Hauptbahnhof bequemer, er verlangt ein eigenes Ticket.
Gilt in Prag ein Ticket für Metro, Tram und Bus zusammen?
Ja. Im Zentrum kaufst du keine Zonen, sondern eine Zeitspanne. Innerhalb dieser Gültigkeit steigst du beliebig oft zwischen Metro, Straßenbahn, Bus, Standseilbahn und städtischer Fähre um. Kaufe die Dauer nach der gesamten Fahrt inklusive Umsteige- und Wartezeit. Bei mehr als zwei Fahrten am Tag ist ein Zeitticket über 24 oder 72 Stunden meist die bessere Wahl.
Fährt die Prager Metro nachts?
Nein, die Metro hat nachts eine Betriebspause. In dieser Zeit fahren Nachtstraßenbahnen mit Nummern ab 91 und Nachtbusse mit dreistelligen Nummern ab 901, seltener als am Tag, aber durchgehend. Alle Nachttrams halten an der Haltestelle Lazarská in der Neustadt, wo die Anschlüsse abgestimmt sind. Plane deinen Rückweg über diesen Knoten, dann funktioniert er auch spät zuverlässig.
Braucht man in Prag ein Auto?
Nein, im Gegenteil. Teile der Altstadt sind für den Verkehr gesperrt, das Zentrum ist durchgehend in Parkzonen aufgeteilt, und blaue Zonen sind Anwohnern vorbehalten. Wer mit dem Auto anreist, stellt es am besten auf einem Park-and-Ride-Platz an einer Metroendstation ab. Für Autobahnen brauchst du eine elektronische Vignette, die an das Kennzeichen gebunden ist.





