Böhmen · Prag

Prag: 18 ehrliche Tipps

Prag ist einfach zu bereisen und leicht falsch zu machen. Die Fehler wiederholen sich: in Euro bezahlt, den Fahrschein nicht entwertet, um elf Uhr am Altstädter Ring gestanden, im Lokal mit Fotokarte gegessen. Nichts davon ruiniert eine Reise, aber zusammen kostet es Geld, Zeit und Nerven.

Die folgenden 18 Punkte sind nach Themen sortiert und ohne Beschönigung formuliert. Sie gelten für den ersten Besuch genauso wie für den vierten, und sie ersetzen keine Liste der Sehenswürdigkeiten, sondern die Frage, wie du dich in dieser Stadt bewegst.

Prag: 18 ehrliche Tipps
Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • WährungTschechische Krone, Preise nie am Terminal in Euro umrechnen lassen
  • Angenehmste MonateMai und September, tagsüber 19 bis 21 Grad
  • Nassester MonatJuni mit rund 94 Millimetern Niederschlag
  • Trockenster MonatMärz mit rund 36 Millimetern
  • LeitungswasserTrinkbar, im Lokal als kohoutková bestellen
  • Notruf112, wie in der gesamten EU

Geld: Kronen, Karte, kein Wechselschalter

1. Zahle in Kronen, nicht in Euro. Läden und Restaurants, die Euro annehmen, rechnen zu ihrem eigenen Kurs um. Karte funktioniert in Prag praktisch überall, auch für kleine Beträge.

2. Lehne die Umrechnung am Terminal ab. Wenn das Kartengerät fragt, ob du in Euro zahlen willst, sag nein und wähle Kronen. Sonst bestimmt der Händler den Kurs, nicht deine Bank.

3. Meide Wechselstuben in der Altstadt. Wer mit null Prozent Kommission wirbt, verdient am Kurs, und die Schilder zeigen gern den Ankaufskurs statt des Verkaufskurses. Bargeld holst du am Automaten einer echten Bank und lehnst auch dort die angebotene Umrechnung ab.

Wege: Schuhe, Steigungen, Fahrscheine

4. Zieh feste Schuhe an. Prag ist eine Stadt aus Kopfsteinpflaster, und die kleinen Würfelsteine sind bei Nässe glatt. Absätze und dünne Sohlen sind hier keine gute Idee, egal wie kurz der Weg aussieht.

5. Fahre bergauf und laufe bergab. Burgberg, Petřín und Vyšehrad liegen deutlich über dem Fluss. Nimm die Straßenbahn oder die Standseilbahn nach oben und geh zu Fuß hinunter, dann schonst du Knie und Laune.

6. Entwerte den Fahrschein vor der Fahrt. Das ist der teuerste vermeidbare Fehler der Stadt. Papierfahrscheine stempelst du im gelben Kasten, App-Tickets aktivierst du und wartest, bis die Gültigkeit läuft. Alles Weitere steht in Verkehr in Prag.

Andrang: früh, spät, Nebensaison

7. Steh einmal früh auf. Die Karlsbrücke gehört vor acht Uhr fast dir allein, danach wird sie zur Fußgängerschlange. Dasselbe gilt für den ersten Burghof und die Gassen der Kleinseite.

8. Erwarte von der Rathausuhr nicht zu viel. Das Figurenspiel der Astronomischen Uhr dauert weniger als eine Minute, und die Menge steht schon zwanzig Minuten vorher. Schau dir das Zifferblatt in Ruhe an, wenn die Gruppe weg ist, das lohnt mehr.

9. Reise im Mai oder September. Dann liegen die Höchstwerte tagsüber bei 19 bis 21 Grad, die Nächte bei 9 bis 11 Grad, und die Stadt ist weniger voll als im Hochsommer, wenn es auf rund 25 bis 26 Grad geht. Der Juni ist mit rund 94 Millimetern der nasseste Monat, der März mit 36 Millimetern der trockenste.

Essen und Trinken: mittags, ehrlich, aufgerundet

10. Nutze das Mittagsmenü. An Werktagen bieten normale Lokale ein denní menu aus Suppe und Hauptgericht zum festen Preis. Das ist dieselbe Küche wie am Abend, nur deutlich günstiger.

11. Geh nicht dorthin, wo man dich hereinruft. Fotos auf der Karte, ein Mensch vor der Tür und mehrsprachige Schilder sind ein zuverlässiges Warnsignal. Zwei Gassen abseits vom Hauptplatz ändert sich Qualität und Preis, mehr dazu in Essen und Trinken in Prag.

12. Runde beim Bezahlen auf. Trinkgeld ist in Tschechien kein Prozentsatz. Nenne die Gesamtsumme, bevor der Kellner das Kartenterminal einstellt, und lass kein Geld auf dem Tisch liegen.

Sicherheit: keine Panik, aber Aufmerksamkeit

13. Achte in vollen Trams auf deine Taschen. Prag ist eine sichere Stadt, aber Taschendiebstahl ist an den bekannten Stellen real: in der Straßenbahnlinie 22, in der Metro zur Rushhour und im Gedränge auf dem Altstädter Ring. Rucksack nach vorn genügt meistens.

14. Nimm kein Taxi vom Straßenrand. Nutze eine App mit Festpreis oder lass dir am Standplatz den Preis vorher nennen und bestätigen. Ohne feste Zusage steig nicht ein.

15. Ignoriere Schlepper und Absinth-Shows. Wer dich auf der Straße zu einer Bar, einem Club oder einem Museum lockt, verdient an dir. Auch Geldwechsel von Hand auf der Straße ist immer ein Betrugsversuch, ohne Ausnahme.

Respekt: leise Orte, laute Nächte, drei Wörter Tschechisch

16. Verhalte dich in Josefov wie an einem Gedenkort. Die Synagogen und der Alte Jüdische Friedhof sind keine Fotokulisse. Männer bedecken in der Synagoge den Kopf, Fotografierverbote gelten wörtlich, und an der Pinkas-Synagoge stehen die Namen von Ermordeten an der Wand.

17. Denk an die Nachbarn. In den Wohnhäusern der Altstadt wohnen Menschen. Nachts im Treppenhaus leise sein, keine Rollkoffer über Kopfsteinpflaster durch stille Gassen ziehen und nicht auf der Straße grölen: das ist der Unterschied zwischen Gast und Problem.

18. Lerne drei Wörter. Dobrý den beim Betreten, prosím für bitte, děkuji für danke. Mehr braucht niemand, und es verändert den Ton an der Kasse spürbar. Weitere Wendungen stehen in Tschechisch für die Reise.

Tipp: Plane pro Tag ein festes Ziel am Morgen und ein zweites am späten Nachmittag, dazwischen nichts. Prag belohnt Umwege, und die schönsten Stunden liegen früh und in der Dämmerung, nicht zur Mittagszeit im Gedränge.

Achtung: Fahrradfahren und Alkohol vertragen sich in Tschechien besonders schlecht: es gilt eine Null-Promille-Grenze im Straßenverkehr, für Auto und Fahrrad gleichermaßen. Wer nach dem Bier noch fahren will, lässt das Rad stehen.

Wo du weiterlesen kannst

Wenn dein Reisezeitraum noch offen ist, hilft beste Reisezeit für Tschechien beim Vergleich der Monate. Für die Wahl der Unterkunft nach Viertel und Anbindung gibt es Hotels in Prag. Und wer nur ein langes Wochenende hat, plant seine Tage am besten als drei Achsen statt als eine Liste: Burg, Altstadt, Neustadt.

Häufige Fragen

Kann man in Prag mit Euro bezahlen?

Vereinzelt ja, aber zu einem schlechten Kurs. Die Währung ist die tschechische Krone, und Kartenzahlung funktioniert fast überall, auch für kleine Beträge. Wenn dir das Terminal die Abrechnung in Euro anbietet, lehne ab und wähle Kronen. Bargeld holst du am Automaten einer Bank, nicht in einer Wechselstube in der Altstadt.

Wann ist Prag am wenigsten voll?

Im Spätherbst und im Winter außerhalb der Weihnachtszeit, dazu in den frühen Morgenstunden das ganze Jahr über. Mai und September sind der beste Kompromiss aus Wetter und Andrang: tagsüber 19 bis 21 Grad und deutlich ruhiger als im Hochsommer. Wer im Juli kommt, sollte die Klassiker vor neun Uhr besuchen.

Ist Prag sicher für Touristen?

Ja, Gewaltkriminalität ist selten. Das reale Risiko ist Taschendiebstahl im Gedränge, vor allem in vollen Straßenbahnen, in der Metro und auf dem Altstädter Ring. Dazu kommen klassische Abzocken: Taxis ohne Festpreis, Geldwechsel auf der Straße und Bars, in die man dich hineinlockt. Wer diese drei meidet, hat kein Problem.

Wie viele Tage braucht man für Prag?

Drei volle Tage sind ein guter Rahmen: einer für Burg und Kleinseite, einer für Altstadt und Josefov, einer für Neustadt, Vyšehrad oder ein Museum. Wer einen Tagesausflug nach Kutná Hora oder Karlštejn einplant, rechnet einen vierten Tag dazu. Zwei Tage gehen, fühlen sich aber gehetzt an.

Braucht man in Prag Tschechisch?

Nein, im Zentrum kommt man mit Englisch überall durch, in vielen Hotels auch mit Deutsch. Trotzdem lohnen sich drei Wörter: dobrý den zur Begrüßung, prosím für bitte und děkuji für danke. Das ist keine Formalität, sondern verändert den Umgangston in Kneipen und Läden spürbar.