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Karlsbad Sehenswürdigkeiten: die 10 wichtigsten Ziele

Karlsbads Sehenswürdigkeiten liegen fast alle auf einer Perlenschnur. Wer flussaufwärts an der Teplá geht, nimmt sie in der richtigen Reihenfolge mit, ohne eine Strecke doppelt zu laufen. Nur drei Ziele fallen aus dieser Logik heraus: der Diana-Turm oben im Wald, die Glasmanufaktur Moser im Stadtteil Dvory und die orthodoxe Kirche im Villenviertel Westend.

Diese Liste ist nach der Lage sortiert, nicht nach Ruhm. So kannst du sie als Route lesen und dabei entscheiden, wo du wirklich stehen bleibst und was du im Vorbeigehen abhakst.

Karlsbad Sehenswürdigkeiten: die 10 wichtigsten Ziele
Foto: Jan30112011, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Anzahlzehn Ziele, sieben davon auf einer Linie im Kurtal
  • Dauer5 bis 6 Stunden für die Talachse mit Pausen
  • Beste ReisezeitMai bis Oktober, am angenehmsten der September
  • Höhenunterschiedvom Kurtal auf 374 Meter bis Diana auf 562 Meter
  • UNESCOdas gesamte Kurviertel gehört seit 2021 zum Welterbe

Die zehn Ziele in der Reihenfolge des Tals

1 Parkkolonnade

Der unterste Bau der Kette und der leichteste: eine filigrane Gusseisenkonstruktion, entworfen im Wiener Büro von Fellner und Helmer, das später halb Mitteleuropa mit Theatern versorgte. Erhalten ist nur ein Rest der ursprünglich viel längeren Anlage.

Wenn du morgens hier startest, hast du die Halle oft fast für dich. Sie steht am Rand des Dvořák-Parks, und der Übergang von Grün zu Kurarchitektur erklärt gut, wie diese Stadt gedacht war. Alle fünf Hallen im Vergleich stehen unter Kolonnaden.

2 Mühlbrunnkolonnade

Der architektonische Höhepunkt der Stadt und die längste Halle: 124 korinthische Säulen, rund 132 Meter, gebaut von 1871 bis 1881 nach Plänen von Josef Zítek, der auch das Nationaltheater in Prag entwarf. Fünf Quellen sind darin gefasst, oben stehen zwölf allegorische Monatsfiguren.

Geh einmal innen zwischen den Säulen und einmal außen am Fluss entlang. Erst von gegenüber siehst du, wie sich der Bau der gebogenen Talstraße anpasst. Mehr dazu auf der Seite zur Mühlbrunnkolonnade.

3 Marktkolonnade

Ein weiß gestrichener Holzbau von 1883 mit verspieltem Schnitzwerk, der zwischen den steinernen Nachbarn wie ein Gast aus einem Alpenkurort wirkt. Ursprünglich war er als Provisorium gedacht und steht nun seit über 140 Jahren.

Hier ist die Karlsbader Kurgeschichte am unmittelbarsten: Holz, Schatten, Quellenauslauf, Bank. Die Halle liegt direkt am Aufstieg zur Schlosskolonnade und zum Schlossturm, was sie zu einem guten Punkt für eine kurze Pause macht.

4 Vřídlo, der Sprudel

Die heißeste Quelle der Stadt schießt als Fontäne mehrere Meter hoch, eingehaust in einen Betonbau der 1970er Jahre. Das Wasser kommt mit über 70 Grad an die Oberfläche und wird an gekühlten Ausläufen zum Trinken abgegeben.

Kein anderes Ziel in Karlsbad spaltet die Meinungen so verlässlich: Die Quelle ist beeindruckend, die Halle finden viele hässlich. Beides lässt sich gut nebeneinander aushalten, siehe Vřídlo.

5 Schlosskolonnade und Schlossturm

Friedrich Ohmann baute die Schlosskolonnade von 1910 bis 1912 im Jugendstil, ein Stück oberhalb der Talstraße. Direkt dahinter steht der Schlossturm, der Rest der mittelalterlichen Burg, auf die Karlsbads Gründungslegende zurückgeht.

Der Aufstieg dauert wenige Minuten und lohnt sich, weil du von oben die Enge des Tals verstehst. Vom Turm gelangst du über Treppen und Gassen wieder hinunter zur Marktkolonnade.

6 Stará Louka und das Grandhotel Pupp

Die Stará Louka ist die vornehme Ladenzeile am Fluss: Glas, Porzellan, Schmuck, Kristall. Am oberen Ende steht das Grandhotel Pupp, dessen heutiger Bau von 1907 stammt und das im Sommer zum Schaufenster des Filmfestivals wird.

Auch ohne Übernachtung kommst du in das Café des Hauses. Das ist der ehrlichste Weg, diese Architektur von innen zu sehen, siehe Grandhotel Pupp.

7 Diana-Aussichtsturm

Der Turm von 1914 steht auf 562 Metern über dem Meer und damit rund 190 Meter über dem Kurtal, erreichbar mit der Standseilbahn hinter dem Grandhotel Pupp oder auf markierten Waldwegen. Von oben siehst du, warum Karlsbad in die Länge und nicht in die Breite gewachsen ist.

Bei Nebel lohnt der Aufstieg nicht. Prüfe vorher, ob die Bahn fährt, und plane den Abstieg zu Fuß ein, wenn das Wetter mitspielt. Details unter Diana-Turm.

8 Moser-Glasmanufaktur

Im Stadtteil Dvory, außerhalb des Kurviertels, stellt Moser seit 1857 Kristallglas her. Museum und Glashütte erklären den Weg vom heißen Glasposten bis zum Schliff, und der Lärm der Hütte macht den Unterschied zur stillen Promenade deutlich.

Das ist der beste Regentagsplan der Stadt, braucht aber Anfahrt und einen festen Termin für den Hüttenbesuch. Mehr unter Moser.

9 Jan-Becher-Museum

In der alten Fabrik von 1867 geht es um Becherovka, den Kräuterlikör, den Josef Vitus Becher ab 1807 verkaufte und der den Namen seines Sohnes Jan trägt. Das Museum zeigt Produktion, Flaschen und über hundert Jahre Werbung, die den Likör gern in die Nähe der Kur rückte.

Die Verkostung am Ende ist ein Angebot für Erwachsene, kein Pflichtteil. Wer keinen Alkohol trinkt, hat vom historischen Teil trotzdem etwas.

10 Orthodoxe Kirche St. Peter und Paul

Im Villenviertel Westend, oberhalb des Tals, steht die russisch-orthodoxe Kirche mit ihren vergoldeten Kuppeln, gebaut von 1893 bis 1898. Sie erinnert daran, wie international das Kurpublikum des 19. Jahrhunderts war.

Es ist eine benutzte Kirche und kein Museum. Wenn ein Gottesdienst läuft, bleibst du still oder kommst später wieder, siehe orthodoxe Kirche. Der Weg dorthin führt durch ein Villenviertel, das für sich schon sehenswert ist: Sanatorien, Botschaftsvillen und Kurhäuser aus der Zeit vor 1914, in ganz unterschiedlichem Erhaltungszustand. Zwanzig Minuten Umweg, aber ein anderes Karlsbad als das der Promenade.

Ein Tag an der Teplá

Start am Hotel Thermal, dann Parkkolonnade, Mühlbrunnkolonnade, Marktkolonnade, Sprudel, hinauf zur Schlosskolonnade und zum Schlossturm, hinunter und über die Stará Louka zum Grandhotel Pupp. Von dort mit der Standseilbahn zu Diana und zu Fuß zurück. Das sind mit Pausen 5 bis 6 Stunden, und du hast alles Wesentliche gesehen.

Tipp: Kauf die Schnabeltasse früh, am besten in der ersten Kolonnade. Ohne Tasse stehst du an jedem Auslauf ratlos daneben, und mit Tasse trinkst du automatisch langsamer und im Gehen, so wie es gedacht ist.

Zwei Tage mit Industriegeschichte

Der zweite Tag gehört dem, was nicht im Kurtal liegt: morgens Moser mit Museum und Hütte, danach das Becherovka-Museum, nachmittags ein markierter Waldweg über der Stadt. Wer stattdessen ins Umland will, nimmt die Burgstadt Loket oder eine Runde durch das Bäderdreieck. Beides an einem Tag zu verbinden funktioniert nicht.

Was du auslassen kannst

Nach vier Kolonnaden brauchst du keine fünfte lange Halle mehr, und zwei Aussichtstürme sind einer zu viel. Auch die Museen sind Alternativen und keine Ergänzung: Moser und Becherovka am selben Tag mit dem Kurtal zusammen wird ein Marsch ohne Erinnerungswert. Streiche lieber ein Ziel und sitz dafür eine halbe Stunde in einem Café an der Kolonnade.

Ebenfalls überschätzt: die Souvenirläden auf der Stará Louka. Böhmisches Kristall und Porzellan sind echte Handwerkstraditionen, aber die Ladenzeile mischt Manufakturware mit Massenimport, und beides steht nebeneinander im Fenster. Wenn dich Glas wirklich interessiert, fahr zu Moser hinaus und sieh der Produktion zu, statt an der Promenade zu raten.

Tickets: Die Kolonnaden und der Sprudel sind frei zugänglich, du zahlst nur für den Becher und das Wasser. Eintritt kostet, was ein Innenraum hat: Schlossturm, Museen, Diana-Bahn und die Glashütte bei Moser. Die Hüttenführung bei Moser und die Verkostung bei Becherovka solltest du vorab reservieren, für alles andere reicht der spontane Besuch.

Andrang, Wetter und Reihenfolge

Die Promenade ist zwischen elf und drei Uhr am vollsten, weil dann die Tagesgruppen da sind. Wer um acht startet, hat die Mühlbrunnkolonnade fast leer. Bei Regen bleiben Kolonnaden, Museen und Cafés brauchbar, während Diana und die Waldwege ihren Sinn verlieren. Und wenn Anfang Juli das Filmfestival läuft, dreht sich die ganze Stadt um Kinos, Gäste und Absperrungen, und normale Stadtbesichtigung wird schwierig.

Häufige Fragen

Was muss man in Karlsbad unbedingt sehen?

Drei Dinge: die Mühlbrunnkolonnade als architektonisches Herzstück, den Sprudel Vřídlo als heißeste Quelle mit Fontäne und die Stará Louka mit dem Grandhotel Pupp. Wenn dann noch Zeit und gutes Wetter bleiben, kommt der Blick vom Diana-Turm dazu. Alles andere ist Auswahl nach Interesse, nicht Pflichtprogramm.

Reicht ein Tag für die Sehenswürdigkeiten in Karlovy Vary?

Für die Talachse ja. Kolonnaden, Sprudel, Schlossturm, Stará Louka und ein Aufstieg zu Diana lassen sich mit Pausen in 5 bis 6 Stunden gehen. Sobald Moser, das Becherovka-Museum oder ein längerer Waldweg dazukommen, brauchst du einen zweiten Tag, weil diese Ziele außerhalb der Kurachse liegen.

Kostet der Besuch der Kolonnaden Eintritt?

Nein. Die Kolonnaden und die Halle über dem Sprudel sind öffentlich zugänglich. Bezahlt wird nur, was einen Innenraum hat: Museen, Schlossturm, Diana-Bahn, Glashütte. Für das Quellwasser brauchst du eine Schnabeltasse, die du in jedem Laden an der Promenade bekommst, oder du füllst deine mitgebrachte Tasse.

In welcher Reihenfolge geht man die Ziele am besten ab?

Immer flussaufwärts. Unten am Hotel Thermal anfangen, dann Park-, Mühlbrunn- und Marktkolonnade, Sprudel, Schlosskolonnade, Stará Louka und zuletzt das Grandhotel Pupp. Dort ist die Talstation der Standseilbahn. So läufst du keinen Abschnitt zweimal und hast den Aufstieg am Ende, wenn du weißt, wie das Wetter sich hält.

Was macht man in Karlsbad bei Regen?

Die Kolonnaden sind gedeckt, das trägt schon einen halben Tag. Dazu passt ein Innenraum: das Moser-Museum mit Glashütte, das Jan-Becher-Museum oder ein langes Frühstück in einem Café an der Promenade. Streichen solltest du Diana und die Waldwege, weil steile Pfade nass rutschig werden und die Aussicht ohnehin verschwindet.