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Pilsen Sehenswürdigkeiten: die 9 besten Ziele

Pilsen hat wenige, dafür sehr unterschiedliche Ziele. Ein Brauereigelände, einen der größten Marktplätze Europas, den höchsten Kirchturm des Landes, eine Synagoge von europäischem Rang, ein mittelalterliches Kellersystem und zwei Familienziele am Stadtrand. Das passt an einem Tag nicht zusammen, an zwei Tagen sehr gut.

Diese Liste ist nach Besuchswert sortiert, nicht nach Bekanntheit, und sagt jeweils dazu, wie lange du brauchst und ob du vorher buchen musst.

Pilsen Sehenswürdigkeiten: die 9 besten Ziele
Foto: Txllxt TxllxT, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Zentraler Punktnáměstí Republiky, von dort ist die Altstadt komplett zu Fuß erreichbar
  • Vorbuchen nötigBrauereiführung, historischer Untergrund, Loos-Interieurs
  • Dauer des BesuchsAltstadt an einem Tag, mit Brauerei und Familienzielen zwei Tage
  • Höchster PunktTurm der St.-Bartholomäus-Kathedrale, Galerie auf rund 62 Metern
  • Für RegentageTechmania, Brauereiführung, Untergrund und Brauereimuseum

Die Reihenfolge, die funktioniert

Alles in der Altstadt liegt um den Marktplatz herum, keine zehn Minuten auseinander. Die Brauerei liegt östlich davon, auf dem Weg zum Hauptbahnhof. Techmania und der Zoo liegen in entgegengesetzten Richtungen am Stadtrand, deshalb sortierst du sie in getrennte Halbtage und nicht hintereinander. Wer nur einen Tag hat, kombiniert Marktplatz, Kathedrale und Brauerei und lässt den Rest weg.

Tickets: Drei Ziele in Pilsen brauchen eine Reservierung: die Brauereiführung, der historische Untergrund und die Adolf-Loos-Wohnungen. Alle drei laufen über feste Führungszeiten mit begrenzter Gruppengröße. Buche die Brauerei mehrere Tage vorher, deutschsprachige Termine sind seltener als englische und schneller ausgebucht.

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1 Pilsner-Urquell-Brauerei

Das Ziel, für das die meisten kommen, und ausnahmsweise wird der Ruf eingelöst. Die Führung geht durch das Sudhaus, erklärt die dreifache Dekoktion und endet in den historischen Kellern unter dem Gelände, wo du ungefiltertes, unpasteurisiertes Bier direkt aus dem Holzfass bekommst. Genau dieser Schluck ist der Grund, warum sich die Führung auch für Leute lohnt, die sonst wenig Bier trinken.

Rechne mit rund 2 Stunden, festes Schuhwerk und eine Jacke sind sinnvoll, in den Kellern ist es kühl. Alles zum Ablauf, zur Anmeldung und zur Geschichte des Suds von 1842 steht auf der Seite zur Brauerei.

2 St.-Bartholomäus-Kathedrale und ihr Turm

Die gotische Kirche steht mitten auf dem Marktplatz, was in Europa selten ist. Ihr Turm ist mit gut 102 Metern der höchste Kirchturm Tschechiens, und du darfst hinauf. Der Aufstieg geht über eine enge Wendeltreppe mit rund 300 Stufen bis zur Galerie auf etwa 62 Metern, oben siehst du das rechteckige Straßenraster der Planstadt von 1295 und dahinter die Industrieflächen im Westen.

Im Inneren lohnt die Pilsner Madonna aus dem späten 14. Jahrhundert. Rechne für Kirche und Turm zusammen mit gut einer Stunde. Mehr auf der Seite zur Kathedrale.

3 Große Synagoge

Zwei Türme über einer Backsteinfassade, innen ein Raum für mehr als tausend Menschen: Die Synagoge von 1888 bis 1893 gehört zu den größten Europas. Sie steht für eine Gemeinde, die es nicht mehr gibt, und der Besuch ist entsprechend nicht leicht konsumierbar.

Heute dient der Raum Konzerten und Ausstellungen, die Akustik ist der Grund, warum das funktioniert. Plane 45 Minuten ein, mehr wenn eine Ausstellung läuft. Kontext und Verhaltenshinweise stehen bei der Großen Synagoge.

4 Historischer Untergrund

Unter der Altstadt liegen mittelalterliche Keller, Brunnenschächte und Gänge auf mehreren Ebenen. Ein Teil davon ist als Rundgang begehbar, mit Helm und in Begleitung. Es ist eng, niedrig und ganzjährig kühl, dafür verstehst du danach, wie eine mittelalterliche Stadt Wasser, Bier und Vorräte organisiert hat.

Nichts bei Platzangst und nichts für schlechte Knie, sonst aber die beste Ergänzung zum Marktplatz. Etwa eine Stunde. Details unter historischer Untergrund.

5 Marktplatz und Rathaus

Das náměstí Republiky ist mit rund 140 mal 190 Metern so groß, dass die Kathedrale in der Mitte fast verloren wirkt. An der Nordseite steht das Rathaus aus der Mitte des 16. Jahrhunderts mit Sgraffito-Fassade und Zinnengiebeln, gebaut vom italienischen Baumeister Giovanni de Statia. Die drei goldenen Brunnen auf dem Platz sind eine moderne Ergänzung und greifen die Wappenzeichen der Stadt auf.

Der Platz ist Bühne für Märkte, Konzerte und im Dezember den Weihnachtsmarkt. Kostet keine Zeit und gibt trotzdem die Orientierung für alles Weitere.

6 Techmania Science Center

In alten Škoda-Hallen westlich des Zentrums steht ein Science Center mit hunderten Stationen zum Anfassen, dazu ein Planetarium mit Kuppelprojektion. Mit Kindern ab etwa sechs Jahren füllt das leicht einen halben Tag, und es ist die beste Adresse der Stadt für einen Regentag.

Ohne Kinder ist es optional, mit Kindern ist es das eigentliche Hauptziel. Zur Techmania.

7 Patton Memorial

Ein kleines Museum darüber, wie die 3. US-Armee im Mai 1945 nach Westböhmen kam und warum das anschließend aus den Schulbüchern verschwand. Uniformen, Fahrzeuge, Dokumente und Zeitzeugenberichte, sachlich aufbereitet.

Eine gute Stunde, und der Besuch erklärt mehr über die tschechische Nachkriegsgeschichte als jede Altstadtführung. Zum Patton Memorial.

8 Zoo und Botanischer Garten

Einer der ältesten Zoos des Landes, am bewaldeten Hang von Lochotín, mit großem Anteil an weitläufigen Gehegen und einem botanischen Garten auf demselben Gelände. Direkt daneben liegt ein DinoPark mit bewegten Modellen, der bei Kindern zuverlässig zieht.

Ein halber bis ganzer Tag, viel bergauf und bergab. Zum Zoo Pilsen.

9 Adolf-Loos-Interieurs

Der Architekt Adolf Loos richtete zwischen 1907 und den frühen 1930er Jahren mehr als ein Dutzend Wohnungen für jüdische Pilsner Familien ein. Ein Teil davon ist erhalten und nur mit Führung zu sehen: Marmor, Edelholz, eingebaute Möbel, streng geometrisch.

Ein Spezialziel für Architekturinteressierte, dafür ein sehr gutes. Anmeldung nötig. Zu den Loos-Interieurs.

Was Pilsen nicht ist

Eine Postkartenstadt. Wer aus Český Krumlov oder aus der Prager Altstadt kommt, findet hier weniger Kulisse und mehr Alltag: Zwischen den historischen Fassaden stehen Nachkriegsbauten, im Westen liegen Industrieflächen, und der Weg vom Bahnhof zum Marktplatz führt an nichts Malerischem vorbei. Genau das macht die Stadt aber auch angenehm, denn niemand steht in einer Schlange und niemand verkauft dir eine Fahrt mit der Pferdekutsche.

Zwei kleinere Ziele gehören zusätzlich zur Altstadt und passen in Lücken: das Brauereimuseum, das zeigt, wie die Pilsner Bürger vor 1842 in ihren eigenen Häusern brauten, und das Marionettenmuseum, das an die starke tschechische Puppenspieltradition erinnert. Beide brauchen keine Voranmeldung und je etwa eine Stunde.

Eine Tagesroute für den ersten Besuch

Starte am Vormittag auf dem Marktplatz, geh in die Kathedrale und steig auf den Turm, solange die Beine frisch sind. Danach zu Fuß westwärts zur Synagoge, das sind knapp zehn Minuten. Mittagessen in einer Hospoda in einer der Seitengassen, dann am frühen Nachmittag die gebuchte Brauereiführung, weil du danach ohnehin nichts Anspruchsvolles mehr planen willst. Wer noch Kraft hat, hängt den Untergrund an, der zeitlich kurz ist. Für den Abend reicht eine Hospoda in einer der Seitengassen, die Wege dorthin sind kurz.

Achtung: Untergrund und Brauereikeller am selben Tag sind eine Fehlplanung, wenn du empfindlich auf Kälte reagierst. Beide sind kühl und feucht, zusammen sitzt du schnell 3 Stunden bei niedriger Temperatur. Verteile sie auf zwei Tage oder nimm wirklich eine warme Jacke mit, auch im August.

Häufige Fragen

Was muss man in Pilsen unbedingt gesehen haben?

Die Brauereiführung mit der Verkostung im Keller und den Marktplatz mit der Kathedrale. Diese beiden erklären die Stadt. Wenn Zeit bleibt, kommt die Große Synagoge dazu, weil sie architektonisch und historisch der stärkste Einzelbau der Stadt ist. Techmania und Zoo sind Familienziele und für Erwachsene ohne Kinder verzichtbar.

Reicht ein Tag für die Sehenswürdigkeiten in Pilsen?

Für Marktplatz, Kathedrale, Synagoge und eine Brauereiführung reicht ein voller Tag knapp. Untergrund, Techmania, Zoo oder die Loos-Wohnungen passen nicht mehr hinein. Wenn du aus Prag mit dem ersten Zug kommst und abends zurückfährst, hast du realistisch etwa 7 Stunden vor Ort, das entspricht drei Zielen plus Mittagessen.

Welche Sehenswürdigkeiten in Pilsen muss man vorher buchen?

Die Brauereiführung, den historischen Untergrund und die Adolf-Loos-Wohnungen. Alle drei sind nur mit Führung zugänglich, haben feste Startzeiten und begrenzte Gruppengrößen. Die Brauerei buchst du auf der offiziellen Website, deutschsprachige Termine gibt es, sie sind aber seltener als englische. Kathedrale, Synagoge und Techmania brauchen keine Voranmeldung.

Was kann man in Pilsen bei Regen machen?

Techmania mit Planetarium füllt einen halben Tag komplett drinnen. Die Brauereiführung ist bis auf kurze Wege über das Gelände überdacht, der historische Untergrund ohnehin. Dazu kommen das Brauereimuseum in der Altstadt und die Ausstellungen in der Großen Synagoge. Der Marktplatz ist bei Regen der einzige Punkt, der wenig hergibt.

Lohnt sich der Aufstieg auf den Kathedralenturm?

Ja, wenn du Treppen magst. Es geht über eine enge Wendeltreppe mit rund 300 Stufen ohne Aufzug nach oben, Gegenverkehr ist unangenehm. Oben siehst du, wie streng rechteckig die Stadt 1295 angelegt wurde, dazu die Industrieflächen im Westen und bei klarer Sicht die Hügel des Böhmerwaldes am Horizont. Mit Kleinkindern oder Knieproblemen besser verzichten.