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Tschechien im Herbst: September bis November

Der September liefert in Prag noch 20,9 Grad und in Brünn 21,0 Grad, bei deutlich weniger Andrang als im August. Der Oktober bringt 14,9 Grad und mit 52 Millimetern spürbar weniger Regen als jeder Sommermonat. Wer nur eine Reise im Jahr macht, fährt mit diesen beiden Monaten selten falsch.

Ab November kippt es: 7,8 Grad, kurze Tage, oft Hochnebel in den Becken. Das ist keine schlechte Reisezeit, aber eine andere. Hier steht, was in welchem Herbstmonat funktioniert und wo der Unterschied zwischen Tiefland und Bergen wieder groß wird.

Tschechien im Herbst: September bis November
Foto: Miroslav Kleinbauer, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • September in Prag20,9 Grad tags, 11,3 Grad nachts
  • Oktober in Prag14,9 Grad und nur 52 Millimeter Regen
  • November in Prag7,8 Grad und 10 Regentage
  • September in SüdmährenBřeclav 22,3 Grad, Mikulov 21,8 Grad
  • Berge im OktoberŠpindlerův Mlýn nur 10,7 Grad
  • WeinleseSüdmähren, Termine variieren je nach Jahr

September: Sommerwetter ohne Sommerandrang

Nach den tschechischen Sommerferien leert sich das Land spürbar, während das Wetter noch mitspielt. Prag hat im September 20,9 Grad, Plzeň 20,4 Grad, Mikulov in Südmähren sogar 21,8 Grad. Die Nächte kühlen auf 11,3 Grad in Prag ab, was für Abende draußen eine Jacke nötig macht, aber nichts verhindert.

Der September ist damit der beste Monat für alles, was Sommerwetter braucht, aber Sommerandrang nicht verträgt: die Altstadt von Český Krumlov, die Prager Kleinseite, die Schlosskomplexe von Lednice und Valtice. Auch die letzten längeren Bergtouren im Riesengebirge liegen in diesem Monat, dort sind noch 16,5 Grad drin.

Die Weinlese in Südmähren

Südmähren ist Tschechiens Weinregion, und der Herbst ist ihre laute Zeit. Rund um Mikulov, Znojmo und Břeclav wird gelesen, in den Weinkellergassen wird verkostet, und der junge, noch gärende Federweißer heißt auf Tschechisch burčák. Er schmeckt süß und harmlos und ist es nicht.

Wann genau gelesen wird, hängt vom Jahr ab. Feste Termine stehen hier deshalb nicht, sie ändern sich mit dem Wetter. Verlässlich ist nur: Die Kellergassen sind an Herbstwochenenden voll, Unterkünfte in den kleinen Weinorten sind knapp, und ein Fahrer, der nicht trinkt, ist keine schlechte Idee. Mehr steht unter Weinreise durch Mähren und Südmähren.

Oktober: der trockenste Herbstmonat

Mit 52 Millimetern Regen ist der Oktober in Prag trockener als jeder Monat von Mai bis September. Die 14,9 Grad am Tag reichen für lange Spaziergänge, und die Laubwälder färben sich. Der Petřín, der Schlosspark von Kroměříž und die Wälder um den Dianaturm in Karlsbad sind in diesem Monat auf ihrem Höhepunkt.

In den Bergen ist die Lage anders. Špindlerův Mlýn kommt im Oktober auf 10,7 Grad und 91 Millimeter Regen, Liberec auf 12,9 Grad bei 82 Millimetern und 15 Regentagen. Das ist die nasse Schulterzeit: Die Sommerinfrastruktur schließt, die Winterinfrastruktur läuft noch nicht. Für Bergorte ist der Oktober der schwächste Monat des Jahres.

Tipp: Der Oktober ist die beste Zeit für die Kurorte. Karlovy Vary hat 13,5 Grad, Mariánské Lázně 12,3 Grad, und die Kurparks stehen in Farbe. Die Anwendungen finden ohnehin drinnen statt, die Kolonnaden sind überdacht.

November: Innenprogramm und frühe Dunkelheit

Der November ist mit 7,8 Grad in Prag und 44 Millimetern Regen nicht extrem, aber grau. In den Flussbecken um Ústí nad Labem und in der mährischen Ebene hält sich Hochnebel oft tagelang. Dazu kommt die frühe Dunkelheit: Nach dem späten Nachmittag ist Außenprogramm vorbei.

Genau deshalb funktioniert der November für alles, was drinnen stattfindet und im Sommer überlaufen ist. Konzerte in Prag, das Museum moderner Kunst in Olmütz, das Mährische Landesmuseum, Brauereiführungen in Plzeň und České Budějovice. Auch die Kapuzinergruft und der Spielberg in Brünn sind Novemberziele.

Wandern im Herbst: die letzten guten Wochen

Im September ist im Gebirge noch alles offen. Špindlerův Mlýn hat 16,5 Grad, Harrachov 16,9 Grad, und die Wege sind trocken genug für lange Etappen. Das ist die Zeit für die Kammwege des Riesengebirges und für die Hochmoore im Böhmerwald.

Im Oktober wird es enger. Bei 10,7 Grad tagsüber und 4,3 Grad nachts brauchst du wärmere Kleidung, und bei 15 Regentagen in Liberec steigt das Risiko, einen Tag zu verlieren. Ab November solltest du im Gebirge mit Schnee rechnen, ohne dass Lifte oder Loipen laufen. Der Überblick steht unter Wandern in Tschechien.

Wo der Herbst am schönsten aussieht

Für Laubfärbung brauchst du Mischwald und Relief. Das Böhmische Paradies mit seinen Sandsteintürmen zwischen Buchen ist die klassische Antwort, dazu die Wälder um Jičín und Turnov. Im Osten liefert der Mährische Karst dasselbe Bild über den Schluchten.

Eine andere Variante sind Teiche und Flüsse. Rund um Třeboň in Südböhmen wird im Herbst abgefischt, ein Vorgang, der seit dem 16. Jahrhundert zur Region gehört und in mehreren Orten öffentlich stattfindet. Karpfen aus diesen Teichen landen später auf den tschechischen Weihnachtstischen, siehe tschechische Gerichte.

Bier und Küche passen im Herbst besser

Die tschechische Küche ist keine Sommerküche. Svíčková mit Rahmsauce, Gulasch mit Knödeln, Entenbraten mit Kraut und die kräftigen Suppen entfalten sich, wenn es draußen kühl ist. Im Oktober und November ist die klassische Hospoda deshalb genau der richtige Ort, mit Bier, das nach Stammwürze bezeichnet wird, also 10 Grad, 11 Grad oder 12 Grad.

Die Brauereien selbst sind ganzjährig zugänglich, im Herbst aber ohne Wartezeit. Pilsner Urquell in Plzeň und Budweiser Budvar in České Budějovice führen jeweils durch Sudhaus und Keller. Was du bestellen und wie du dich in einer Hospoda verhalten solltest, steht unter Bierkultur und Restaurant-Knigge.

Herbst in den Städten des Ostens

Olmütz ist eine Universitätsstadt, und der Herbst ist ihr Semesterbeginn. Cafés und Kneipen füllen sich, während die Sommergäste weg sind. Ähnlich funktioniert Brünn, wo im September mit 21,0 Grad noch Terrassenwetter herrscht und ab Oktober das Innenleben übernimmt.

Auch Pardubice und Hradec Králové lohnen sich in dieser Zeit, beide mit 14,8 und 14,5 Grad im Oktober. Hradec Králové hat mit seiner Architektur des frühen 20. Jahrhunderts ein Thema, das kein Sommerwetter braucht, siehe Region Königgrätz.

Was der Herbst für die Route bedeutet

Weil die Tage kürzer werden, sinkt die Zahl der Programmpunkte pro Tag. Im September schaffst du noch zwei Städte, im November eine. Plane deshalb im Spätherbst kürzere Etappen und wähle Übernachtungsorte, in denen der Abend selbst etwas bietet: Brünn und Olmütz haben Universitätspublikum und entsprechend viel offen, kleinere Orte werden früh still.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, rechnet ab Oktober mit Nebel in den Morgenstunden und ab November mit Winterreifenpflicht auf gekennzeichneten Strecken. Details stehen unter Tschechien mit dem Auto. Der Vergleich mit den anderen Jahreszeiten steht unter beste Reisezeit, die nächste Etappe unter Tschechien im Winter.

Gut zu wissen: Ende Oktober endet die Sommerzeit, es wird also schlagartig eine Stunde früher dunkel. Wenn du in dieser Woche reist, verschiebst du Aussichtspunkte und Spaziergänge besser auf den Vormittag.

Häufige Fragen

Ist der September eine gute Reisezeit für Tschechien?

Sehr gute. Prag hat 20,9 Grad, Brünn 21,0 Grad, und nach den Sommerferien wird es in den Altstädten spürbar ruhiger. Auch die Berge funktionieren noch: Špindlerův Mlýn kommt auf 16,5 Grad. Der September verbindet damit Sommerwetter mit Nebensaisonbedingungen, was ihn für Städtereisen und Wanderungen gleichermaßen brauchbar macht.

Wann ist Weinlese in Südmähren?

Im Herbst, aber ohne festes Datum. Der Zeitpunkt hängt vom Jahresverlauf ab und wird jedes Jahr neu entschieden. Rund um Mikulov, Znojmo und Břeclav laufen dann Kellerverkostungen und der junge Federweißer burčák. Konkrete Termine solltest du kurz vor der Reise auf den Seiten der jeweiligen Gemeinde nachlesen.

Wie ist das Wetter im Oktober in Tschechien?

In Prag 14,9 Grad am Tag, 7,7 Grad nachts und nur 52 Millimeter Regen, der trockenste Monat seit dem April. In den Bergen sieht es anders aus: Špindlerův Mlýn liegt bei 10,7 Grad und 91 Millimetern. Fürs Tiefland ist der Oktober ideal, für Bergorte die schwächste Zeit des Jahres.

Lohnt sich der November in Tschechien?

Für Innenprogramm ja, für Landschaft weniger. Prag kommt auf 7,8 Grad, die Tage sind kurz, und in den Becken hält sich oft Hochnebel. Museen, Konzerte, Brauereiführungen und Kurorte funktionieren jedoch uneingeschränkt, und du hast sie fast für dich allein.

Wo sieht man in Tschechien im Herbst die schönste Laubfärbung?

Im Böhmischen Paradies zwischen Jičín und Turnov, wo Buchenwald und Sandsteinfelsen zusammenkommen. Ähnlich gut sind der Mährische Karst, die Wälder um Karlsbad und die Flusstäler im Böhmerwald. Der Höhepunkt liegt meist im Oktober, verschiebt sich aber je nach Höhenlage um zwei bis drei Wochen.