Auf einen Blick
- März in Prag10,2 Grad tags, 36 Millimeter Regen
- April in Prag14,8 Grad tags, 5,0 Grad nachts
- Mai in Prag19,0 Grad tags, 73 Millimeter Regen
- Berge im MaiŠpindlerův Mlýn erst 14,6 Grad
- Trockenster FrühlingsmonatMärz mit nur 9 Regentagen in Prag
März: die leersten Altstädte des Jahres
Der März ist in Prag mit 36 Millimetern und 9 Regentagen der trockenste Monat überhaupt. Warm ist er nicht: 10,2 Grad am Tag, 1,9 Grad in der Nacht. Das ist Wetter für Gehen, nicht für Sitzen. Genau deshalb ist es der beste Monat, um Orte zu sehen, die im Sommer unerträglich voll sind. Die Karlsbrücke am frühen Morgen, die Prager Burg ohne Warteschlange, Český Krumlov ohne Reisegruppen.
Im März gehört das Programm nach innen. In Olmütz etwa liegt der Monat bei 10,3 Grad, also praktisch gleich wie in Prag, und die Stadt hat mit dem Wenzelsdom und dem Erzbischofspalais genug überdachtes Programm für zwei Tage. Auch die Pilsner Kellergänge haben das ganze Jahr dieselbe kühle Temperatur, im März fällt das schlicht weniger auf.
April: der Monat mit zwei Gesichtern
Der April bringt Prag 14,8 Grad am Tag und 5,0 Grad in der Nacht, bei 40 Millimetern Regen. Das ist im Mittel angenehm, sagt aber wenig über den einzelnen Tag. Aprilwetter heißt in Mitteleuropa: morgens Frost auf dem Auto, mittags Sonne, nachmittags Schauer. Wer jetzt reist, plant jeden Tag mit einem Innenpunkt als Rückfallebene und trägt Schichten statt einer dicken Jacke.
Landschaftlich ist der April der Moment für Gärten und Parks im Tiefland. Kroměříž mit seinen Barockgärten, der Schlosspark von Lednice und Valtice, die Obstblüte in Südmähren. In den Bergen ist es noch früh: Špindlerův Mlýn kommt im April nur auf 10,2 Grad, und die Kammlagen können noch Altschnee tragen.
Gut zu wissen: Ostern ist in Tschechien ein Frühlingsfest mit eigenen Bräuchen, unter anderem geflochtenen Weidenruten und bemalten Eiern. Der Ostermontag ist gesetzlicher Feiertag, viele Museen und Läden bleiben geschlossen. Details stehen unter Feste und Feiertage.
Mai: der erste Monat, in dem alles zusammenpasst
Mit 19,0 Grad tagsüber und 9,1 Grad nachts ist der Mai in Prag der erste Monat, an dem Außenprogramm über den ganzen Tag hält. Terrassen sind offen, die Abende bleiben lang, und der Andrang ist noch nicht auf Sommerniveau. In Brünn sieht es mit 19,1 Grad praktisch identisch aus, in Mikulov in Südmähren schon bei 19,8 Grad.
Der Preis dafür steht in der Regenspalte: 73 Millimeter in Prag, deutlich mehr als im April. Der Mai ist der Monat, in dem die sommerlichen Gewitter beginnen. Sie fallen meistens am späten Nachmittag, also lässt sich damit leben, wenn du die Hauptstrecke des Tages am Vormittag legst.
Wandern im Frühling: erst unten, dann oben
Die Höhenlage entscheidet, was geht. Im Böhmischen Paradies und im Mährischen Karst liegen die Wege niedrig genug, um ab März begehbar zu sein. Das Riesengebirge hinkt hinterher: Špindlerův Mlýn erreicht im März gerade 5,1 Grad und in der Nacht noch minus 2,0 Grad. Kammwege sind dort im Frühling regelmäßig nass, matschig oder vereist.
Eine gute Frühlingsregel: Je später im Frühling, desto höher darfst du gehen. März und April für Sandsteinfelsen, Flusstäler und Burgen wie Karlštejn, Mai für die ersten längeren Touren im Böhmerwald. Ausführlicher steht das unter Wandern in Tschechien.
Tipp: Frühling ist Nebensaison auf dem Wasser. Die Bootsfahrten auf der Moldau in Český Krumlov und die Prager Bootstouren laufen im Mai bereits, ohne dass du dich anstellen musst.
Kurorte im Frühling: die ruhigste Zeit des Jahres
Das Böhmische Bäderdreieck aus Karlovy Vary, Mariánské Lázně und Františkovy Lázně lebt von Anwendungen, Trinkkuren und langen Spaziergängen. Nichts davon braucht Sommerwetter. Karlsbad kommt im April auf 13,3 Grad und im Mai auf 17,6 Grad, Mariánské Lázně liegt durch seine Höhe von 578 Metern jeweils gut einen Grad darunter.
Genau das macht den Frühling zur guten Kurzeit: Die überdachten Kolonnaden schützen bei Schauern, die Kurparks sind gerade grün geworden, und die Sitzbänke sind frei. Wer die Trinkkur ausprobieren will, kauft die typische Schnabeltasse vor Ort. Das Wasser schmeckt mineralisch und warm, daran gewöhnt man sich erst nach ein paar Tagen. Mehr steht unter Kurorte in Tschechien.
Städte, die im Frühling besonders gut funktionieren
Plzeň ist eine gute Wahl, weil das Hauptprogramm ohnehin unter der Erde und in Brauereihallen stattfindet. Telč und Slavonice mit ihren Renaissancefassaden wirken bei tiefem Frühlingslicht besser als in der harten Mittagssonne des Sommers. Und Litomyšl hat mit seinem Renaissanceschloss einen Ort, der auch bei Regen trägt.
In Brünn passt der Frühling zur Architektur: Die Villa Tugendhat muss ohnehin lange im Voraus gebucht werden, und die funktionalistischen Bauten der Stadt sieht man am besten bei klarer Luft. Wer Höhlen mag, kombiniert das mit dem Mährischen Karst, wo die Temperatur unter Tage ganzjährig gleich bleibt.
Der Frühling auf dem Wasser und auf dem Rad
Die Moldau und die Elbe führen im Frühling mehr Wasser als im Sommer, weil die Schmelze aus den Mittelgebirgen dazukommt. Für Paddeltouren heißt das schnellere Strömung und kühleres Wasser. Wer im April oder Mai auf die Vltava will, plant kürzere Etappen und packt Wechselkleidung ein, denn Prag hat in diesen Monaten nachts erst 5,0 bis 9,1 Grad.
Radfahrer haben es einfacher. Die Flusswege entlang der Elbe und der Berounka sind flach, schattenlos und im Frühling angenehm kühl, während sie im Hochsommer heiß werden. Der Elberadweg lässt sich mit Litoměřice, Děčín und Mělník zu einer Etappenfahrt verbinden. Details stehen unter Radfahren in Tschechien.
Was du im Frühling einpackst
Zwiebelprinzip statt Wintermantel. Nachttemperaturen zwischen 1,9 Grad im März und 9,1 Grad im Mai bedeuten, dass Abende draußen kühl bleiben, auch wenn der Tag warm war. Dazu wasserdichte Schuhe: Kopfsteinpflaster wird nach einem Schauer glatt, und im Böhmischen Paradies sind Sandsteinwege nach Regen rutschig. Eine leichte Regenjacke ist wichtiger als ein Schirm, weil Frühlingsschauer oft mit Wind kommen.
Wer mit dem Auto anreist, braucht auch im Frühling die elektronische Autobahnvignette. Die Winterreifenpflicht gilt vom 1. November bis zum 31. März bei winterlichen Verhältnissen, auf Strecken mit dem blauen Gebotsschild unabhängig vom Datum. Mehr dazu unter Tschechien mit dem Auto.
Zum Vergleich mit den anderen Jahreszeiten hilft die Übersicht unter beste Reisezeit für Tschechien, und wer direkt weiterdenkt, findet unter Tschechien im Sommer die nächste Etappe.
Häufige Fragen
Ist es im März in Tschechien noch zu kalt für eine Städtereise?
Kalt schon, unmöglich nicht. Prag liegt tagsüber bei 10,2 Grad und nachts bei 1,9 Grad, dazu ist der März mit 36 Millimetern der trockenste Monat des Jahres. Für einen Gehtag mit Mütze und Museumsstopps reicht das gut. Terrassen und lange Sitzabende draußen funktionieren dagegen erst ab Mai.
Wann blüht es in Tschechien?
Im Tiefland setzt die Blüte typischerweise im April ein, zuerst in wärmeren Lagen wie Südmähren, wo der April auf 15,7 Grad kommt. Die Parks und Schlossgärten sind dann am schönsten. In den Bergen dauert es länger, weil Špindlerův Mlýn im April erst 10,2 Grad erreicht.
Kann man im Frühling schon im Riesengebirge wandern?
Auf tieferen Wegen ab etwa Mai, auf den Kämmen später. Špindlerův Mlýn hat im März nachts noch minus 2,0 Grad, im April 1,6 Grad. Altschnee, Matsch und nasse Steine sind bis in den Mai hinein normal. Vor einer Tour lohnt sich der Blick auf die Wegeinformationen des Nationalparks.
Wie voll ist Prag im Frühling?
Im März deutlich ruhiger als im Sommer, im Mai schon spürbar voller. Rund um Ostern gibt es einen kurzen, kräftigen Andrang, weil dann viele Kurzreisen stattfinden. Wenn du Ruhe willst, nimm die zweite Märzhälfte oder die Wochen nach Ostern.
Was zieht man im April in Tschechien an?
Mehrere dünne Schichten statt einer dicken Jacke, dazu wasserdichte Schuhe und eine leichte Regenjacke. Tagsüber sind 14,8 Grad möglich, nachts fällt Prag auf 5,0 Grad. Ein Tag kann Sonne, Wind und Schauer enthalten, deshalb ist Kombinierbarkeit wichtiger als Wärmeleistung.



