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Tschechien Highlights: die 25 besten Ziele

Tschechien ist klein genug, dass du in zwei Wochen quer durchs Land kommst, und vielfältig genug, dass sich das lohnt. Zwischen Prag und der polnischen Grenze liegen Sandsteinlabyrinthe, ein Bergrücken mit Hochmooren, barocke Kleinstädte, ein Karstgebiet mit befahrbarem unterirdischem Fluss und ein Weinbaugebiet, das mehr mit Niederösterreich zu tun hat als mit Böhmen.

Diese Liste ist nach Regionen sortiert, nicht nach Beliebtheit. So siehst du sofort, was sich zu einer Route bündeln lässt. Zu jedem Ziel steht, wie viel Zeit es realistisch kostet und wann du besser nicht kommst.

Tschechien Highlights: die 25 besten Ziele
Foto: Diliff, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Auf einen Blick

  • Größte StadtPrag mit rund 1,4 Millionen Einwohnern
  • Zweitgrößte StadtBrünn mit gut 400.000 Einwohnern
  • Höchster BergSněžka im Riesengebirge, 1603 Meter
  • WährungTschechische Krone (Kč), kein Euro
  • Beste ReisezeitMai bis Juni und September

Wie diese Liste aufgebaut ist

Die 25 Ziele stehen in geografischer Reihenfolge: erst Prag und sein Umland, dann über Südböhmen und Westböhmen in den Norden und zum Schluss nach Mähren. Wer eine Rundreise plant, kann die Nummern fast direkt als Reihenfolge übernehmen. Wer nur ein verlängertes Wochenende hat, nimmt einen Block und lässt den Rest liegen.

Gut zu wissen: Sehr viele Museen schließen montags, und ein großer Teil der Burgen und Schlösser hat von November bis März geschlossen oder nur an Wochenenden geöffnet. Prüfe das vor der Anreise auf der jeweiligen offiziellen Website.

Prag und Mittelböhmen

1 Prager Burg

Das Burgareal über der Moldau ist kein einzelnes Gebäude, sondern ein ummauertes Viertel mit Kathedrale, Palast, Basilika und Gassen. Durch die Höfe kommst du ohne Ticket, für die Innenräume brauchst du eines. Rechne mit einer Sicherheitskontrolle am Eingang und plane einen halben Tag ein. Alles dazu auf der Seite zur Prager Burg.

2 Karlsbrücke

Ab neun Uhr morgens ist die Brücke ein Fußgängerstau mit Straßenmusik. Vor sieben gehört sie dir, mit Dunst über dem Fluss und ohne Verkaufsstände. Die Statuen sind größtenteils Kopien, die Originale stehen im Museum. Details und Zeitfenster auf der Seite zur Karlsbrücke.

3 Altstädter Ring

Der Platz ist die dichteste Ansammlung von Baustilen in Prag: gotische Teynkirche, barocke Palais, das Rathaus mit der astronomischen Uhr. Das Figurenspiel zur vollen Stunde dauert weniger als eine Minute, die Wartezeit davor deutlich länger. Der Turm lohnt mehr als die Show, siehe Altstädter Ring.

4 Josefov

Das ehemalige jüdische Viertel besteht aus mehreren Synagogen und dem Alten Jüdischen Friedhof, auf dem die Grabsteine schichtweise übereinander stehen. Das ist kein Fotomotiv, sondern ein Gedenkort mit Verhaltensregeln. Plane 2 bis 3 Stunden ein und lies vorher die Seite zu Josefov.

5 Kutná Hora

Die Silberstadt östlich von Prag hat mit der Barbarakirche eine der eindrucksvollsten gotischen Kirchen des Landes und in Sedlec das Beinhaus, dessen Ausstattung aus menschlichen Gebeinen besteht. Dort gelten strenge Regeln fürs Fotografieren. Als Tagesausflug per Bahn machbar: Kutná Hora.

6 Burg Karlštejn

Karl IV. ließ die Burg ab 1348 als Verwahrort für Reichskleinodien und Reliquien bauen. Vom Bahnhof im Tal führt ein ansteigender Fußweg hinauf, den viele unterschätzen. Die Innenräume gibt es nur mit Führung, die interessanteste Route ist begrenzt und früh ausgebucht: Burg Karlštejn.

Südböhmen und Böhmerwald

7 Altstadt von Český Krumlov

Die Moldau legt hier eine enge Schleife um einen Felssporn, und in dieser Schleife liegt eine fast vollständig erhaltene Altstadt. Tagsüber schieben sich Reisegruppen durch die Gassen, abends leert sich der Ort spürbar. Genau deshalb lohnt eine Übernachtung: Altstadt von Český Krumlov.

8 Schloss Český Krumlov

Nach der Prager Burg das zweitgrößte Schlossareal des Landes, mit Bärengraben, bemaltem Turm, Mantelbrücke und barockem Schlosstheater. Es gibt mehrere Besichtigungsrouten, die sich inhaltlich kaum überschneiden. Das Theater ist nur mit gesonderter Führung und wenigen Plätzen zugänglich: Schloss Český Krumlov.

9 Holašovice

Ein Dorf mit einem einzigen langen Anger, gesäumt von Höfen im sogenannten Bauernbarock: verputzte Giebel mit Voluten und Farbfassungen, überwiegend aus dem 19. Jahrhundert. Der Besuch dauert eine Stunde, dann hast du alles gesehen. Als Zwischenstopp zwischen Budweis und Krumlov ideal: Holašovice.

10 Třeboň und die Teichlandschaft

Rund um die Kleinstadt liegt ein seit dem Mittelalter angelegtes System aus Fischteichen, Kanälen und Dämmen. Man wandert und radelt hier auf flachen Wegen zwischen Wasserflächen, im Herbst wird abgefischt. Die Stadt selbst ist ein kompakter Renaissancekern mit Kurbetrieb: Třeboň.

11 Böhmerwald

Der Nationalpark Šumava ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas, mit Hochmooren, Gletscherseen und langen Abschnitten ohne Handyempfang. Kernzonen sind nur auf markierten Wegen zugänglich. Die Basisorte liegen weit auseinander, ohne Auto brauchst du gute Planung: Böhmerwald.

Westböhmen und die Kurstädte

12 Pilsner-Urquell-Brauerei

Hier wurde 1842 das erste helle untergärige Lagerbier gebraut, das später weltweit kopiert wurde. Die Führung geht durch Sudhaus und historische Kellergänge, am Ende steht ungefiltertes Bier direkt aus dem Lagerfass. Erwachsenenprogramm, Voranmeldung sinnvoll: Pilsner-Urquell-Brauerei.

13 Kolonnaden von Karlsbad

Die Kurstadt liegt in einem engen Talkessel, und die Kolonnaden sind überdachte Wandelhallen an den Quellen. Du kaufst einen Porzellanbecher mit Schnabel, füllst ihn an den Ausläufen und trinkst im Gehen. Das Wasser schmeckt salzig und metallisch, das gehört dazu: Kolonnaden in Karlsbad.

14 Loket

Eine Burg auf einem Felsen, umflossen von der Eger, darunter ein winziger Marktplatz. Der Ort ist in einer knappen Stunde zu Fuß erschlossen und liegt nur eine kurze Fahrt von Karlsbad entfernt. Als Halbtagesausflug oder Mittagspause auf dem Weg nach Pilsen: Loket.

15 Mariánské Lázně

Marienbad ist grüner, höher gelegen und ruhiger als Karlsbad, mit einer gusseisernen Kolonnade und Waldwegen, die direkt am Kurviertel beginnen. Wer Karlsbad zu betriebsam findet, ist hier richtig. Der Ort liegt auf 578 Metern, entsprechend kühler sind die Abende: Mariánské Lázně.

Nordböhmen: Sandstein und Berge

16 Böhmische Schweiz

Sandsteintürme, tief eingeschnittene Klammen und mit der Pravčická brána das größte natürliche Sandsteintor Europas. Der Waldbrand von 2022 hat Teile des Gebiets verändert, manche Wege wurden umgelegt. Prüfe die Freigaben vor der Tour: Felsenstädte und Böhmische Schweiz.

17 Adršpach

Die Adersbacher Felsenstadt ist ein Labyrinth aus Sandsteintürmen, durch das ein schmaler Rundweg mit Treppen und Stegen führt. Der Zugang wird über Zeitfenster gesteuert, an Sommerwochenenden ist früh alles vergeben. Ohne Reservierung stehst du vor dem verschlossenen Drehkreuz: Adršpach.

18 Riesengebirge und Sněžka

Der höchste Berg Tschechiens steht mit 1603 Metern direkt auf der Grenze, der Gipfel wird mit Polen geteilt. Oben ist es fast immer windig und deutlich kälter als im Tal. Basisorte sind Špindlerův Mlýn, Vrchlabí und Harrachov: Riesengebirge.

19 Böhmisches Paradies

Felsnadeln, Burgruinen auf Basaltkegeln und kurze Wanderungen, die auch mit Kindern funktionieren. Das Gebiet ist von Prag aus gut erreichbar und deutlich weniger überlaufen als die Böhmische Schweiz. Turnov ist der praktischste Ausgangspunkt, mehr dazu unter Böhmisches Paradies.

Mähren und Schlesien

20 Brünn mit dem Špilberk

Die Festung über der Stadt war jahrzehntelang Gefängnis der Habsburgermonarchie, die Kasematten sind zugänglich und beklemmend. Brünn selbst ist jünger und akademischer als Prag, mit Cafés statt Souvenirständen. Start ist die Festung Špilberk, danach die Stadt selbst.

21 Villa Tugendhat

Mies van der Rohe baute das Haus 1929 bis 1930 für die Familie Tugendhat: offener Wohnraum, versenkbare Fensterfront, Onyxwand. Der Besuch geht nur mit Führung, die Plätze sind streng begrenzt und in der Hauptsaison Wochen bis Monate im Voraus vergeben. Ohne Reservierung kommst du nicht hinein: Villa Tugendhat.

22 Mährischer Karst

Höhlensysteme mit Tropfsteinen, einer Bootsfahrt auf dem unterirdischen Fluss Punkva und dem Blick in den Macocha-Abgrund. In den Höhlen ist es ganzjährig kühl, eine Jacke ist Pflicht. Tickets sind kontingentiert und im Sommer schnell vergeben: Mährischer Karst.

23 Lednice und Valtice

Zwei Schlösser, verbunden durch eine im 18. und 19. Jahrhundert angelegte Parklandschaft mit Alleen, Teichen und Staffagebauten. Die Entfernungen zwischen den Punkten sind größer, als die Karte vermuten lässt, mit dem Rad ist es angenehmer als zu Fuß: Lednice-Valtice.

24 Mikulov und die Pálava

Ein Schloss auf dem Fels, eine Kalksteinkette mit trockenen Hängen darüber und Weinberge bis an die österreichische Grenze. Mikulov ist im Juli mit Höchstwerten um 27 Grad einer der wärmsten Orte des Landes, was du beim Wandern auf der Pálava spürst: Mikulov.

25 Olmütz

Barocker Stadtkern mit zwei großen Plätzen, mehreren monumentalen Brunnen und der Dreifaltigkeitssäule, die für sich allein Welterbe ist. Dazu eine Universität, die für volle Cafés sorgt. Deutlich ruhiger als Prag und mit der Bahn gut erreichbar: Olmütz.

Was knapp nicht in die Liste passte

Fünf Ziele hätten eine Nummer verdient und stehen trotzdem nur hier, weil sie sich thematisch mit anderen überschneiden. Telč hat einen der schönsten Renaissanceplätze Europas, liegt aber verkehrstechnisch abseits. Kroměříž bietet Erzbischofsschloss und Barockgarten in einem, wird aber selten allein angesteuert. Třebíč bewahrt ein jüdisches Viertel mit Synagoge und großem Friedhof.

Dazu kommen zwei Städte, die niemand wegen ihrer Altstadt besucht: Ostrava mit dem stillgelegten Hüttenwerk Dolní Vítkovice und Zlín, das der Schuhkonzern Baťa ab den 1920er Jahren als funktionalistische Stadt aus Backstein und Beton anlegen ließ.

Wie viel davon in zwei Wochen passt

Realistisch schaffst du in 14 Tagen etwa zehn bis zwölf dieser Ziele, wenn du in drei oder vier Standorten übernachtest und von dort Tagestouren machst. Wer jeden Tag umzieht, sieht am Ende weniger. Prag, Český Krumlov, Pilsen und Brünn sind die vier Basen, von denen aus fast alles erreichbar ist.

Konkrete Tagespläne stehen in der Böhmen-Rundreise und der Mähren-Rundreise. In Böhmen funktioniert die Bahn hervorragend, in der Fläche Südmährens nicht.

Tipp: Lege die reservierungspflichtigen Ziele als Erstes fest, nicht zuletzt. Villa Tugendhat, das Schlosstheater in Krumlov und die Zeitfenster in Adršpach bestimmen den Reiseplan, alles andere lässt sich drumherum bauen. Eine Übersicht steht unter Was du vorbuchen musst.

Drei Fehler, die die Auswahl kaputt machen

Der erste Fehler ist, Prag als Basis für alles zu nutzen. Von dort sind Kutná Hora und Karlštejn Tagesausflüge, Český Krumlov und Brünn aber nicht: Du sitzt dann mehr im Zug als in der Stadt. Der zweite ist, Naturziele wie Adršpach oder die Böhmische Schweiz an einem Sommersamstag anzusteuern, wenn halb Tschechien dasselbe vorhat.

Der dritte Fehler betrifft die Saison. Burgen und viele Museen fahren den Betrieb im Oktober herunter. Wer im November oder Februar reist, plant um Städte, Kurorte und Berge herum statt um Schlösser: mehr dazu unter beste Reisezeit.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für Tschechien mindestens?

Für Prag allein solltest du 3 volle Tage einplanen, sonst hetzt du. Wer neben Prag eine zweite Region sehen will, braucht 7 bis 8 Tage. Eine Runde durch Böhmen und Mähren mit den wichtigsten Zielen dieser Liste funktioniert ab 12 Tagen. Kürzere Trips lohnen sich trotzdem, wenn du dich auf eine Region beschränkst statt das ganze Land anzureißen.

Was lohnt sich in Tschechien außer Prag?

Am meisten Kontrast zu Prag bieten Brünn als junge Universitätsstadt, Český Krumlov als kompakte Altstadt in einer Flussschleife, Olmütz mit barocken Plätzen ohne Massentourismus und die Sandsteingebiete im Norden. Wer Landschaft sucht, fährt ins Riesengebirge oder in den Böhmerwald. Wer Wein statt Bier mag, nach Südmähren rund um Mikulov.

Ist Tschechien auch ohne Auto gut zu bereisen?

Für Städte ja. Prag, Pilsen, Brünn, Olmütz, Ostrava und Hradec Králové sind mit der Bahn schnell und häufig verbunden. Schwierig wird es bei Naturzielen und Schlössern in der Fläche, etwa in Südmähren oder im Böhmerwald, wo Busse selten fahren. Eine Kombination aus Bahn zwischen den Städten und einem Mietwagen für zwei Tage funktioniert gut.

Wann ist die beste Reisezeit für eine Rundreise?

Mai und Juni sowie September sind der beste Kompromiss: Burgen und Schlösser haben geöffnet, es ist warm genug für Bergtouren und die Städte sind nicht so voll wie im Hochsommer. Juli und August bringen in Prag und Brünn Höchstwerte über 25 Grad und den größten Andrang. Von November bis März ist ein erheblicher Teil der Sehenswürdigkeiten geschlossen.

Kann man in Tschechien mit Euro bezahlen?

Offiziell nicht. Die Währung ist die tschechische Krone, und wo Euro angenommen werden, ist der Kurs meist schlecht. Kartenzahlung funktioniert fast überall, auch für kleine Beträge. Wenn das Terminal dir anbietet, in Euro abzurechnen, lehne ab und zahle in Kronen. Wechselstuben mit dem Hinweis auf null Prozent Kommission solltest du meiden.