Auf einen Blick
- Wärmster Monat in PragAugust mit 25,7 Grad am Tag
- Kältester Monat in PragJanuar mit 3,7 Grad tags und minus 0,9 Grad nachts
- Nassester Monat in PragJuni mit 94 Millimetern
- Trockenster Monat in PragMärz mit 36 Millimetern
- HöhenunterschiedPrag 251 Meter, Špindlerův Mlýn 738 Meter
- Beste Zeit für StädteMai, September und früher Oktober
Warum ein einziger Monat nicht für das ganze Land gilt
Zwischen Prag und dem Riesengebirge liegen keine 150 Kilometer, aber fast 500 Höhenmeter. Das reicht für zwei verschiedene Reisekalender. Im Juli kommt Prag auf 25,5 Grad, Špindlerův Mlýn im selben Monat auf 20,4 Grad. Im Januar liegt Prag bei 3,7 Grad, der Bergort bei minus 0,8 Grad. Wer im April eine Stadtreise mit einer Kammwanderung mischen will, packt praktisch für zwei Reisen.
Dazu kommt der Regen. Prag ist mit 36 Millimetern im März erstaunlich trocken, kommt im Juni aber auf 94 Millimeter. Das ist kein Dauerregen, sondern Gewitter am Nachmittag: die Zahl der Regentage bleibt im Juni bei 12, genau wie im Januar. Es fällt also mehr Wasser in derselben Zahl von Tagen, meist konzentriert in 1 bis 2 Stunden. Für die Planung heißt das: Sommerprogramm mit Innenraum als Reserve, nicht Sommerprogramm streichen.
Die zwölf Monate im Überblick
| Monat | Prag Tag/Nacht | Regen Prag | Špindlerův Mlýn Tag | Wofür geeignet |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 3,7 / minus 0,9 | 40 mm | minus 0,8 | Museen, Skigebiete |
| Februar | 6,4 / 0,2 | 39 mm | 1,3 | Wintersport, ruhige Städtetrips |
| März | 10,2 / 1,9 | 36 mm | 5,1 | Städte ohne Andrang |
| April | 14,8 / 5,0 | 40 mm | 10,2 | Gärten, Ostern, Tiefland |
| Mai | 19,0 / 9,1 | 73 mm | 14,6 | fast alles |
| Juni | 24,5 / 14,1 | 94 mm | 19,8 | Berge, lange Abende |
| Juli | 25,5 / 15,1 | 65 mm | 20,4 | Seen, Höhenwege |
| August | 25,7 / 15,1 | 84 mm | 20,6 | Berge, Südmähren |
| September | 20,9 / 11,3 | 67 mm | 16,5 | Städte, Weinlese |
| Oktober | 14,9 / 7,7 | 52 mm | 10,7 | Laubwälder, Kurorte |
| November | 7,8 / 2,9 | 44 mm | 4,0 | Innenräume, Konzerte |
| Dezember | 4,7 / 0,7 | 45 mm | 0,5 | Adventsmärkte |
Frühling: der Zeitraum, in dem das Land aufmacht
Der März ist in Prag der trockenste Monat des Jahres, mit 10,2 Grad am Tag aber noch kein Sitzwetter im Freien. Er eignet sich für alles, was drinnen stattfindet und sonst überfüllt wäre: Josefov, das Nationalmuseum, die Pilsner Brauerei. Ab April steigt Prag auf 14,8 Grad, Klöster und Schlossgärten öffnen wieder. Der Mai ist der erste Monat, in dem Stadt und Land gleichzeitig funktionieren. Mehr dazu steht unter Tschechien im Frühling.
Tipp: Im April und Mai sind die Berge noch nicht warm. Špindlerův Mlýn kommt im April auf 10,2 Grad, im Mai auf 14,6 Grad, und auf den Kämmen liegt oft noch Restschnee. Plane Wanderungen dieser Monate lieber im Böhmischen Paradies oder im Mährischen Karst.
Sommer: warm, voll und gewittrig
Juli und August sind mit 25,5 und 25,7 Grad die wärmsten Monate in Prag, in Brünn sind es sogar 26,1 Grad. Steinerne Altstädte speichern diese Wärme. Der Altstädter Ring ist um die Mittagszeit im August kein angenehmer Ort. Der Sommer gehört stattdessen den Höhenlagen, den Sandsteinschluchten und dem Wasser. Details stehen unter Tschechien im Sommer und Felsenstädte.
Der August ist zugleich der nasseste Monat im Gebirge: Špindlerův Mlýn bekommt 133 Millimeter, mehr als in jedem anderen Monat. Das kommt als kräftiges Nachmittagsgewitter, nicht als Landregen. Wer im Riesengebirge früh startet, ist meist vor dem Wetter zurück.
Herbst: die unterschätzte Hauptsaison
Der September liefert in Prag 20,9 Grad, in Brünn 21,0 Grad und deutlich weniger Andrang als der August. Gleichzeitig läuft in Südmähren die Weinlese, und die Laubwälder färben sich. Der Oktober bringt Prag noch 14,9 Grad und nur 52 Millimeter Regen, was ihn zum besten Monat für Kurorte und lange Spaziergänge macht. Ab November wird es mit 7,8 Grad ernst, und die frühe Dunkelheit begrenzt das Programm. Mehr unter Tschechien im Herbst.
Winter: Adventsmärkte, Kolonnaden und die Schneefrage
Prag bleibt im Januar mit 3,7 Grad am Tag über dem Gefrierpunkt, nachts sinkt es auf minus 0,9 Grad. Schnee in der Stadt ist möglich, aber nichts, worauf man eine Reise bauen kann. In Karlsbad liegt der Januar bei 2,7 Grad, dafür sind die Kolonnaden überdacht und die Thermalquellen laufen unabhängig vom Wetter. Wer Schnee sucht, fährt in die Berge: dort liegt der Januar bei minus 0,8 Grad am Tag und minus 5,4 Grad nachts. Siehe Tschechien im Winter und Skifahren in Tschechien.
Achtung: Zwischen Weihnachten und Neujahr sind Prag, Český Krumlov und die Skiorte gleichzeitig voll. Das ist die einzige Zeit im Winter, in der du Unterkunft und Zugfahrt weit im Voraus festmachen solltest.
Tageslänge: der Faktor, den die Temperaturtabelle verschweigt
Tschechien liegt etwa auf der Höhe von München bis Leipzig, die Tageslänge schwankt entsprechend stark. Im Juni ist es abends nach neun noch hell genug für einen Spaziergang über den Wenzelsplatz, im Dezember ist am späten Nachmittag Schluss. Das verändert die Zahl der Programmpunkte pro Tag mehr als die Temperatur.
Praktisch heißt das: In den langen Monaten kannst du zwei Städte an einem Tag verbinden, etwa den Ausflug nach Kutná Hora mit einem langen Prager Abend. Zwischen November und Februar planst du dagegen einen Hauptpunkt am Vormittag und einen Innenraum am Nachmittag, sonst stehst du im Dunkeln vor einem geschlossenen Tor.
Ferienzeiten und Feiertage in die Planung nehmen
Die tschechischen Sommerferien laufen im Juli und August und fallen damit mit den deutschen und österreichischen Ferien zusammen. In dieser Zeit sind nicht nur Prag und Český Krumlov voll, sondern auch Campingplätze, Stauseen und die Skiorte in ihrer Sommerfunktion. Wer im Juli reist und Ruhe sucht, weicht auf Olmütz, Hradec Králové oder Pardubice aus.
Dazu kommen einzelne gesetzliche Feiertage im Frühjahr und Herbst, an denen Museen und Läden schließen, Restaurants aber offen bleiben. Ein Feiertag ruiniert keine Reise, verschiebt aber gern den einen Programmpunkt, auf den du dich gefreut hast. Die Übersicht steht unter Feiertage und Ruhetage.
Welcher Monat zu welchem Vorhaben passt
Für eine reine Städtereise nach Prag, Olmütz oder České Budějovice funktionieren März bis Juni und September bis Oktober am besten. Für Wanderungen im Riesengebirge oder im Böhmerwald bleiben realistisch Juni bis September, weil die Monate darum herum oben zu kühl und zu nass sind. Für eine Kur in Mariánské Lázně spricht der ganze Zeitraum von Mai bis Oktober, denn Anwendungen finden ohnehin drinnen statt und die Kurparks sind im Herbst am schönsten.
Wer Feiertage mitplant, schaut zusätzlich in Feste und Feiertage, denn an einzelnen Tagen schließen Museen und Ämter. Und wer ohnehin nur zwei Nächte hat, findet unter Wochenendtrip nach Tschechien fünf Ziele, die sich das ganze Jahr über lohnen.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Prag?
Mai, September und die erste Oktoberhälfte. Der Mai bringt 19,0 Grad, der September 20,9 Grad, beide ohne die Hitze des Hochsommers und ohne den Andrang der Sommerferien. Der März ist mit 36 Millimetern zwar der trockenste Monat, mit 10,2 Grad aber noch kühl. Wer Adventsmärkte will, kommt im Dezember bei 4,7 Grad.
Wie kalt wird es in Tschechien im Winter?
In Prag liegt der Januar tagsüber bei 3,7 Grad und nachts bei minus 0,9 Grad, in Brünn bei 2,8 und minus 1,6 Grad. Deutlich kälter ist es in den Bergen: Špindlerův Mlýn kommt im Januar auf minus 0,8 Grad am Tag und minus 5,4 Grad in der Nacht. Für die Städte reicht eine normale Winterjacke, für die Berge nicht.
In welchem Monat regnet es in Tschechien am meisten?
In Prag ist der Juni mit 94 Millimetern der nasseste Monat, gefolgt vom August mit 84 Millimetern. Die Zahl der Regentage bleibt dabei bei 12, es fällt also viel Wasser in kurzer Zeit, typischerweise als Nachmittagsgewitter. Im Riesengebirge liegt der Höchstwert im August bei 133 Millimetern.
Kann man im Winter in Tschechien sicher Schnee sehen?
In den Städten nicht. Prag liegt auf 251 Metern und bleibt im Januar tagsüber über null. In den Bergen ab etwa 700 Metern ist die Wahrscheinlichkeit hoch, aber auch dort gibt es schneearme Winter. Verlass dich bei Skiplänen auf die aktuellen Angaben der Skigebiete und nicht auf den Kalender.
Lohnt sich Tschechien im November?
Für Innenprogramm ja. Prag kommt auf 7,8 Grad, die Tage sind kurz, dafür sind Museen, Konzerte und Brauereien leer. Für Wanderungen und Bergrouten ist der Monat schwierig, weil oben schon Schnee liegen kann, ohne dass die Skigebiete laufen. Kurorte wie Karlsbad funktionieren auch im November.
Wann sind die Städte am vollsten?
Von Mitte Juli bis Ende August sowie in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr. Betroffen sind vor allem Prag und Český Krumlov. Brünn, Olmütz und Pilsen bleiben auch im Hochsommer verhältnismäßig entspannt, weil sie weniger Tagesgäste anziehen.


