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Tschechien im Winter: Städte, Berge, Adventszeit

Der tschechische Winter ist in den Städten milder, als das Klischee vom kalten Osten vermuten lässt. Prag liegt im Januar tagsüber bei 3,7 Grad und nachts bei minus 0,9 Grad, Brünn bei 2,8 und minus 1,6 Grad. Das ist grau und feucht, aber selten hart.

Richtig Winter wird es erst mit der Höhe. Špindlerův Mlýn auf 738 Metern kommt im Januar auf minus 0,8 Grad am Tag und minus 5,4 Grad in der Nacht. Wer Schnee will, muss also in die Berge fahren, und wer Adventsmärkte will, bleibt unten.

Auf einen Blick

  • Januar in Prag3,7 Grad tags, minus 0,9 Grad nachts
  • Dezember in Prag4,7 Grad und 45 Millimeter Niederschlag
  • Februar in Prag6,4 Grad, bereits milder als der Januar
  • Januar im RiesengebirgeŠpindlerův Mlýn minus 0,8 Grad tags
  • Kältester Ort der DatenreiheŠpindlerův Mlýn mit minus 5,4 Grad nachts im Januar
  • Höchste AuslastungWoche zwischen Weihnachten und Neujahr

Wie kalt es in den Städten tatsächlich wird

Prag bleibt tagsüber das ganze Jahr über dem Gefrierpunkt: 4,7 Grad im Dezember, 3,7 Grad im Januar, 6,4 Grad im Februar. Nachts geht es leicht darunter, im Januar auf minus 0,9 Grad. Brünn liegt etwas tiefer, Ostrava im Osten mit 3,2 Grad im Januar wieder ähnlich wie Prag. Der Winter ist also kein Extremwinter, aber feucht und windig.

Das Problem ist nicht die Zahl, sondern die Kombination aus Feuchte, Wind und langen Zeiten im Freien. Wer sich auf einem Adventsmarkt zwei Stunden nicht bewegt, friert bei 3 Grad genauso wie bei minus 5 Grad in trockener Kälte. Wasserdichte Schuhe und eine winddichte Jacke sind wichtiger als dicke Daunen.

Advent: die dichteste Zeit des Winters

Von Ende November bis Anfang Januar stehen in fast jeder tschechischen Stadt Adventsmärkte, in Prag auf dem Altstädter Ring und dem Wenzelsplatz, in Brünn auf mehreren Plätzen gleichzeitig, in Olmütz rund um die Dreifaltigkeitssäule. Typisch sind Glühwein, Grog, gebrannte Mandeln und Trdelník, ein Teiggebäck, das als Prager Tradition verkauft wird und keine ist.

Die Märkte in kleineren Städten wirken oft ruhiger und lokaler. Telč, Litomyšl und Loket haben Marktplätze, die im Winterlicht besonders geschlossen wirken. Eine Übersicht steht unter Weihnachtsmärkte in Tschechien.

Achtung: Der 24. Dezember ist in Tschechien der Hauptfesttag, nicht der 25. Viele Museen, Läden und Restaurants schließen am Nachmittag des 24. und bleiben am 25. und 26. Dezember zu. Plane diese Tage mit Spaziergängen und einem vorher reservierten Abendessen.

Skifahren: wo es geht und was du erwarten darfst

Die tschechischen Skigebiete liegen in Mittelgebirgen, nicht in den Alpen. Der höchste Berg des Landes, die Sněžka im Riesengebirge, misst 1603 Meter, die Skiorte selbst liegen deutlich tiefer: Špindlerův Mlýn auf 738 Metern, Harrachov auf 684 Metern, Vrchlabí auf 487 Metern. Entsprechend sind die Abfahrten kürzer und die Schneesicherheit geringer als in Hochgebirgen.

Dafür sind die Gebiete kompakt, gut erschlossen und für Familien und Anfänger passend. Langlauf ist mindestens so wichtig wie Abfahrt, die Loipennetze auf den Kämmen sind ausgedehnt. Was wo geht, steht unter Skifahren in Tschechien.

Schnee ist möglich, aber nichts, worauf man baut

In Prag auf 251 Metern liegt der Januar tagsüber über null. Schnee fällt, bleibt aber selten lange liegen. Wer ein verschneites Prag im Kopf hat, sollte das als glückliche Fügung einplanen und nicht als Programmpunkt. Im Riesengebirge sieht die Rechnung anders aus: minus 0,8 Grad am Tag und minus 5,4 Grad nachts im Januar bedeuten, dass gefallener Schnee auch bleibt.

Selbst dort gibt es aber schneearme Winter. Verlass dich auf die aktuellen Angaben der Skigebiete und des Nationalparks statt auf Erfahrungswerte. Und wenn du mit dem Auto in die Berge fährst, rechne mit Winterreifenpflicht und Ketten in Ausnahmesituationen, siehe Tschechien mit dem Auto.

Kurorte im Winter: die überdachte Alternative

Karlovy Vary hat im Januar 2,7 Grad, aber die Kolonnaden sind überdacht, und die Thermalquellen laufen mit konstanter Temperatur. Der Sprudel schießt auch bei Frost. In Mariánské Lázně und Františkovy Lázně gilt dasselbe Prinzip.

Der Winter ist damit eine der ehrlichsten Zeiten für einen Kurbesuch: weniger Betrieb, dieselben Anwendungen, dieselbe Architektur. Wer die Trinkkur ausprobiert, merkt schnell, dass warmes Mineralwasser bei Kälte angenehmer ist als im Hochsommer. Mehr steht unter Kurorte in Tschechien und Bäderdreieck.

Was der Winter in den Städten leichter macht

Die Warteschlangen verschwinden. Die Prager Burg, der Veitsdom und das Goldene Gässchen sind im Januar und Februar an normalen Wochentagen ruhig. Dasselbe gilt für die Kapuzinergruft in Brünn und das jüdische Viertel in Prag.

Auch Konzerte gehören zum Winter. Prag hat eine dichte Klassikszene, Brünn und Olmütz haben eigene Orchester, und in den Kirchen finden regelmäßig Abendkonzerte statt. Programme stehen kurzfristig fest, deshalb lohnt sich der Blick vor Ort mehr als die Vorabrecherche.

Die Winterküche ist die eigentliche tschechische Küche

Was in Restaurants als typisch tschechisch angeboten wird, stammt fast durchweg aus der kalten Jahreszeit: Svíčková, Rindfleisch in Rahmsauce mit Semmelknödeln, Gulasch, gebratene Ente mit Rot- oder Weißkraut, deftige Suppen wie Kulajda oder Knoblauchsuppe. Im Sommer wirkt das schwer, im Januar passt es genau.

Dazu kommt der Karpfen, der zum Heiligabend gehört und aus den südböhmischen Teichen um Třeboň stammt. In der Adventszeit stehen dafür Wasserbottiche auf den Marktplätzen. Was die Gerichte genau sind und was Vegetarier bestellen können, steht unter tschechische Gerichte und tschechische Küche.

Kurze Tage richtig einteilen

Im Dezember und Januar ist am späten Nachmittag Schluss mit Tageslicht. Das heißt: Aussichtspunkte und Außenrouten am Vormittag, Museen und Innenräume am Nachmittag, Märkte und beleuchtete Gassen am Abend. Prag im Dunkeln ist kein Nachteil, sondern eine eigene Qualität, weil die Beleuchtung von Burg, Karlsbrücke und Kleinseite gut gemacht ist.

Rechne pro Tag mit einem Programmpunkt weniger als im Sommer. Wer im Winter drei Städte in vier Tagen abarbeiten will, verbringt die Hälfte der Zeit im Dunkeln unterwegs. Zwei Orte mit je zwei Nächten funktionieren besser, siehe Wochenendtrip nach Tschechien.

Tipp: Januar und Februar sind nach der Silvesterwoche die günstigste und leerste Zeit für eine Städtereise. Der Februar ist mit 6,4 Grad in Prag zudem schon spürbar milder als der Januar.

Was du im Winter mitnimmst

Wasserdichte, profilierte Schuhe stehen an erster Stelle, denn Kopfsteinpflaster mit Schneematsch ist rutschig. Dazu Mütze, Handschuhe und eine winddichte Schicht. Für die Berge gilt eine andere Liste: dort sind minus 5,4 Grad nachts der Normalfall, und der Wind auf den Kämmen des Riesengebirges macht daraus deutlich weniger.

Wenn du dich unterwegs krank fühlst, ist die Apotheke, tschechisch lékárna, die erste Anlaufstelle, und die europäische Notrufnummer 112 gilt auch hier. Details stehen unter krank im Urlaub. Der Vergleich mit den anderen Jahreszeiten steht unter beste Reisezeit und Tschechien im Frühling.

Häufige Fragen

Wie kalt ist es im Winter in Prag?

Im Januar tagsüber 3,7 Grad und nachts minus 0,9 Grad, im Dezember 4,7 Grad, im Februar schon 6,4 Grad. Die Stadt bleibt also meist knapp über dem Gefrierpunkt. Unangenehm wird es weniger durch die Temperatur als durch Feuchte und Wind, deshalb sind winddichte Kleidung und wasserdichte Schuhe wichtiger als dicke Daunen.

Liegt in Prag im Winter Schnee?

Manchmal, aber nicht verlässlich. Prag liegt auf 251 Metern und hat tagsüber Plusgrade, gefallener Schnee bleibt daher selten lange liegen. Wer verschneite Landschaft sucht, fährt ins Riesengebirge: Špindlerův Mlýn hat im Januar minus 0,8 Grad am Tag und minus 5,4 Grad in der Nacht.

Wann sind die Weihnachtsmärkte in Tschechien geöffnet?

Üblicherweise vom ersten Advent bis Anfang Januar, in Prag oft etwas länger als in kleineren Städten. Konkrete Termine und Uhrzeiten legen die Städte jedes Jahr neu fest und veröffentlichen sie auf ihren offiziellen Seiten. Rechne damit, dass am 24., 25. und 26. Dezember vieles verkürzt oder geschlossen ist.

Lohnt sich Skifahren in Tschechien?

Für Familien, Anfänger und Langläufer ja. Die Gebiete im Riesengebirge, im Altvatergebirge und in den Beskiden sind kompakt und gut erschlossen. Wer lange, steile Abfahrten wie in den Alpen erwartet, wird enttäuscht: die Orte liegen zwischen etwa 500 und 750 Metern, und die Pisten enden weit unterhalb der Sněžka, die mit 1603 Metern der höchste Berg des Landes ist.

Ist Januar eine gute Zeit für eine Städtereise nach Tschechien?

Nach der Silvesterwoche ja. Die Städte sind leer, Wartezeiten an der Prager Burg oder in Brünner Museen entfallen, und Unterkünfte sind günstiger als im Sommer. Der Preis ist das kurze Tageslicht: rechne mit einem Programmpunkt weniger pro Tag als im Sommer.

Braucht man in Tschechien im Winter Winterreifen?

Auf entsprechend gekennzeichneten Strecken und bei winterlichen Straßenverhältnissen gilt eine Winterreifenpflicht, erkennbar an den Verkehrsschildern. In den Bergen ist das der Regelfall. Da die Details sich ändern können, prüfe die aktuelle Regelung vor der Fahrt und plane in den Bergorten zusätzlich Zeit für Parkplatzsuche ein.